Gemeinschaftsprojekt von E.on, SMA und deENet erarbeitet Lösungen für nachhaltige Energieversorgung

Modellkommune gesucht

Gemeinsame Initiative für eine nachhaltige Energieversorgung gestartet: Günther Cramer (SMA), Martin Hoppe-Kilpper (deENet) und Henrich Wilckens (E.on-Mitte, von links). Archivfotos: nh/Schoelzchen (1)

Kassel. Nachhaltig und zukunftsweisend soll es sein: das künftige Energiekonzept für Städte und Gemeinden. Unter dem Thema „Regionale Energieversorgung 2020“ starteten der Energieversorger E.on-Mitte, der Solartechnik-Hersteller SMA, das Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien deENet, die Fraunhofer Institute Iwes und IBP sowie der IT-Dienstleister Samco Networks ein Pilotprojekt.

Gesucht wird eine Modellkommune im Netz-Gebiet von E.on-Mitte, für ein innovatives Energiesystem. Ziele dieses Projektes seien zum einen die Umsetzung eines intelligenten Stromnetzes mit hoher regionaler Einspeisung aus erneuerbaren Energien und zum anderen die Entwicklung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle, die die regionale Wertschöpfung in einer Kommune erhöhen. „Es geht auch darum, aufzuzeigen, welche konkreten Erzeugungs- und Einsparpotenziale in einer Kommune vorhanden sind und was zu tun ist, um die vorgegebenen nationalen Klimaschutzziele dort zu erreichen“, sagte Henrich Wilckens, Vorstandsvorsitzender der E.on-Mitte.

Was simpel klingt, stellt die großen Versorger, die weitgehend über die Netze in Deutschland verfügen, vor enorme Herausforderungen. Bislang funktionieren Niedrigspannungsnetze bis 400 Volt, das sind jene Leitungen, die von den Strommasten zu den Häusern führen, nach dem Prinzip der Einbahnstraße, erklärt deENet-Geschäftsführer Martin Hoppe-Kilpper. Der Verbraucher ordert Strom, der Versorger liefert.

Mit dem Ausbau der dezentralen Energien – Photovoltaik, Windenergie oder Biomasse – werden die Verbraucher zu Stromproduzenten und speisen ihren Strom über diese Netze ins Gesamtnetz ein. Die Einbahnstraße wird zur Durchgangsstraße mit Gegenverkehr. Dafür sind diese Netze aber nicht ausgelegt. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass der Wind nicht immer weht und die Sonne nicht stetig scheint. Die Lastkurve des Netzes kann enorm schwanken.

Umso wichtiger wird für Netztechniker daher ein ausgeklügeltes Regelmanagement, denn die erneuerbaren Energien werden weiterhin zulegen. 2008 wurden allein ans E.on-Mitte-Netz 15 000 neue Photovoltaik-Stromerzeuger angeschlossen, in diesem Jahr werden es über 20 000 sein. 50 Millionen Euro investierte der Versorger 2008 ins Netz. Davon entfiel ein einstelliger Millionenbetrag auf die Regeltechnik, so Wilckens.

SMA würde von den Ergebnissen des Pilotprojektes für die Entwicklung der Wechselrichter profitieren. Sie wandeln in Photovoltaikanlagen gewonnenen Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom. „Wir möchten daher nach Lösungen suchen, die einen intelligenten Betrieb des Niederspannungsnetzes und dadurch den Anschluss großer Erzeugungskapazitäten von Photovoltaik-Anlagen und anderen dezentralen Generatoren ohne teuren Netzausbau ermöglichen“, sagte Günther Cramer, Vorstandssprecher von SMA. Wie viel Geld für dieses Projekt ausgeben wird, ist offen, da es von der Größe der Kommune abhängt. Es dürfte sich aber im einstelligen Millionen-Bereich bewegen.

Von Martina Wewetzer

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