Moderne Anlage mit Tradition

Mit einem Gütesiegel ausgezeichnet: Das im Sommer 2000 eröffnete Kasseler Krematorium, betrieben von der KF Krematorium und Friedhofsgärtnerei GmbH.

Vor 85 Jahren, im Jahr 1926, wurde in Kassel erstmals ein Krematorium, durch die Initiative eines Feuerbestattungsvereins, in Betrieb genommen. „Es war seinerzeit eine städtische Anlage mit einem Einäscherungsofen, die im Jahr 1926 zusammen mit der Friedhofskapelle und dem Verwaltungsgebäude am Ende der Karolinenstraße in Betrieb ging“, erzählt Jürgen Rehs von der KF Krematorium und Friedhofsgärtnerei GmbH, die das Krematorium betreibt.

Mit der Einweihung der Anlage wurde auch der städtische Urnenfriedhof eröffnet, berichtet Rehs weiter. Der Urnenfriedhof wurde neben dem Hauptfriedhof separat geführt, er liegt direkt südlich des Verwaltungsgebäudes. In der Nachkriegszeit bei der Neuorganisation der Friedhofsstrukturen wurde mit einem Vertrag das Krematorium auf den heutigen Evangelischen Stadtkirchenkreis übertragen. Damit ist die Evangelische Kirche in Kassel der einzige kirchliche Träger eines Krematoriums in Deutschland.

„Mit einem architektonisch besonders gestalteten Raum wurden mit dem Neubau Abschiednahmen von Verstorbenen kurz vor der Einäscherung möglich.“

Jürgen Rehs

Bedingt durch staatliche Auflagen zur Luftreinhaltung und zum Brandschutz musste Ende der 90er-Jahre ein Neubau geplant werden. Im Sommer 2000 eröffnete das neue Krematorium am neuen Standort. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden etwa 19 500 Einäscherungen in dem neuen Ofen durchgeführt. „Mit einem architektonisch besonders gestalteten Raum wurden mit dem Neubau Abschiednahmen von Verstorbenen kurz vor der Einäscherung möglich“, berichtet Jürgen Rehs. Im Sommer 2009 wurde ihm als eines der ersten Krematorien das Gütesiegel durch Vertreter des Deutschen Städtetages verliehen.

Führungen für Interessierte

In Verbindung mit der Eröffnung der neuen Einäscherungsanlage wurde auch die Öffentlichkeitsarbeit weiter ausgebaut. Neben Turnusführungen an Samstagen, die in diesem Jahr am 10. September und 12. November jeweils um 14 Uhr stattfinden, wurden seitdem pro Jahr etwa 45 Gruppenführungen durch das Gebäude geleitet. Es handelt sich um Schüler, Konfirmanden, Auszubildende aus Pflegeberufen und Vereine, die ihren Mitgliedern einmal etwas Besonderes bieten wollen. Neben dem Rundgang durch das Gebäude und den Erläuterungen zum technischen Prozess gibt es im Anschluss an die Führung die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Jeder Angehörige kann bestimmen, in welchem Krematorium Sarg und Leichnam eingeäschert werden. Aus Gründen der Pietät sollte das beauftragte Bestattungsunternehmen gebeten werden, die nächstgelegene Einrichtung zu wählen. „Durch die Wettbewerbssituation mit privaten Betreibern besteht ein großer Preisdruck. Bei Entscheidungen sollten auch die Fahrt- und Transportkosten berücksichtigt werden, die bei längeren Fahrten entstehen“, rät Jürgen Rehs. HKK

E Internet: www.krematorium-kassel.de

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