Auch Deutschland droht die Herabstufung

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Moody's sieht im Fall des Austritts Griechenlands aus der Eurozone die Gemeinschaftswährung in Gefahr.

New York - Während Griechenland und Spanien taumeln, verfügen andere Euroländer - wie Deutschland - über Top-Bonität. Doch die Ratingagentur Moody's droht auch ihnen mit einer Herabstufung.

Die Ratingagentur Moody's hat für den Fall eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone und von Bankenhilfe für Spanien vor einer Herabstufung von Staaten auch mit Top-Bonität einschließlich Deutschlands gewarnt. Sollte Griechenland die Eurozone verlassen, könnte dies auch die Ratings anderer Länder der Region gefährden, erklärten die Analysten am Freitag. Zudem würden derzeit die Folgen einer Finanzspritze für spanische Banken abgeschätzt. Die Note werde bei steigenden Risiken für die Gläubiger des Landes gegebenenfalls entsprechend angepasst.

Moody's erklärte, die Probleme der spanischen Banken seien weitgehend auf Spanien beschränkt. Daher sei die Gefahr gering, dass die Probleme auf andere Länder übergreifen könnten - mit Ausnahme von Italien. Die Europäische Zentralbank hatte bereits am Markt interveniert und italienische Staatsanleihen gekauft, um die Zinsen, die Rom den Investoren zahlen muss, zu drücken.

Was machen Ratingagenturen eigentlich genau?

Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken oder Staaten und sind damit äußerst einflussreiche, aber auch umstrittene Akteure auf dem Finanzmarkt. © dpa
In ihr Urteil fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen. Die weltweit bedeutendsten Ratingagenturen sind: Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. © dapd
Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen Buchstabencodes. Die Skala beginnt bei Standard & Poor's und Fitch etwa mit der Bestnote AAA (Englisch: “Triple A“). Moody's nutzt dieselben Bezeichnungen, schreibt sie aber anders (Aaa). Es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden. © dpa
Ab BB+ beginnt der spekulative Bereich, der auch “Ramsch“ (englisch: Junk) genannt wird. Die Skala reicht bis D, das bedeutet, dass ein Ausfall des Schuldners, also die Pleite, eingetreten ist. Eine mögliche Änderung des Ratings kündigen die Agenturen in aller Regel über den Ausblick “positiv“, “stabil“ und “negativ“ an. © dpa
Je schlechter die Ratingagenturen die Bonität eines Schuldners beurteilen, desto teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, schlimmstenfalls ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. © dpa
Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern auch andere Investoren. Zuletzt haben Staaten aber trotz einer Herabstufung günstiger Geld bekommen. © dpa
Die Agenturen sind umstritten. Weil sie vor der Finanzkrise Ramschpapiere als sichere Geldanlage anpriesen, wurde ihnen eine Mitschuld an der Krise gegeben. © dapd
In der Euro-Schuldenkrise gerieten sie wieder in die Kritik: Politiker warfen ihnen vor, die Bonität hoch verschuldeter Euro-Länder trotz milliardenschwerer Hilfspakete auf Ramschstatus abgewertet und damit die Krise weiter verschärft zu haben. © dpa

Moody's bewertet Spanien derzeit mit “A3“. Allerdings ist der Ausblick negativ, was bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung bei mindestens 40 Prozent liegt.

Während die Bankenkrise in Spanien vor allem ein inländisches Problem sei, bedrohe ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum die Zukunft der Gemeinschaftswährung, erklärten die Experten. Besonders betroffen wären Zypern, Portugal, Irland, Italien und Spanien bei einem “Grexit“. Alle fünf Länder sind von Moody's bereits mit negativem Ausblick bewertet. Doch auch die Bonität der übrigen Euroländer werde überprüft, sollte Griechenland den Euroraum verlassen, hieß es.

dapd

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