Nach Rekordbörsengang: Alibaba wächst stärker als erwartet

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Im boomenden chinesischen E-Commerce-Markt ist Alibaba unangefochten die Nummer eins. Foto: Qilai Shen

New York (dpa) - Der chinesische Internet-Handelsriese Alibaba setzt sein kräftiges Wachstum nach dem fulminanten Aktiendebüt in New York ungebremst fort.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar (2,2 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Die Erwartungen der Analysten wurden damit übertroffen. Die Alibaba-Aktie stieg vorbörslich zunächst um über drei Prozent, die Euphorie verpuffte jedoch schnell wieder und das Papier drehte zwischenzeitlich sogar ins Minus. Zum Handelsauftakt in New York legten die Anteilsscheine um etwas mehr als ein Prozent zu.

Dass die Marktreaktionen trotz des starken Umsatzwachstums verhalten ausfielen, hat zwei Gründe: Einerseits verdiente Alibaba von Juli bis September unterm Strich lediglich 494 Millionen Dollar - gut 38 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.

Als Ursache führte die Geschäftsführung Sonderkosten wie Mitarbeiter-Boni im Zusammenhang mit dem Aktiendebüt in New York im September an.

Zudem weigerte sich das Management, eine Prognose für die künftige Geschäftsentwicklung abzugeben. Finanzchefin Maggie Wei Wu erklärte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, es entspreche der Firmenphilosophie, keine Vorhersagen zu machen. Das Unternehmen wolle sich auf das langfristige Wachstum konzentrieren.

Im zukunftsweisenden mobilen Markt machte Alibaba im dritten Quartal einen Umsatz von 606 Millionen Dollar - über 1000 Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten schauen besonders aufmerksam auf diese Zahlen, weil immer mehr Nutzer auf Smartphones und Tablets im Internet surfen und shoppen.

Konzernchef Jonathan Lu zeigte sich zufrieden: "Wir haben ein starkes Quartal mit deutlichem Wachstum über alle wichtigen Geschäftsfelder hinweg geliefert." Der Internetboom im Heimatmarkt China beschert Alibaba steigende Nutzerzahlen und Werbekunden. Im September kauften 307 Millionen Kunden auf Alibabas Online-Marktplätzen ein - 28 Millionen mehr als im Vorjahr.

Das Unternehmen hatte am 19. September den bisher größten Börsengang der Finanzgeschichte gestemmt und an der New York Stock Exchange rund 25 Milliarden Dollar eingesammelt. Seitdem ist der Aktienkurs um fast 50 Prozent gestiegen. Alibaba ist beim Börsenwert bereits an Wettbewerbern wie Amazon oder Ebay vorbeigezogen.

Die wichtigsten Handelsplätze des Konzerns sind Taobao und Tmall. Taobao ist eine Art riesiges Internetkaufhaus für Kleinanbieter. Tmall bietet Unternehmenskunden eine Plattform, dort sind auch westliche Großkonzerne wie beispielsweise Nike vertreten. Im boomenden chinesischen E-Commerce-Markt ist Alibaba unangefochten die Nummer eins.

Während das Wachstum bei Alibaba bislang nicht zu bremsen scheint, gerät Chinas Konjunkturmotor zunehmend ins Stottern. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist im dritten Quartal so langsam gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Finanzprofis sehen Alibaba Erfolgsaussichten vor allem von der steigenden Kaufkraft der chinesischen Mittelschicht abhängen.

Alibaba-Mitteilung

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