Nächste Pleite in der Solarbranche: Solarhybrid insolvent

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Der Vorstandsvorsitzende der Solarhybrid AG, Tom Schröder (links), spricht im September 2011 auf der Baustelle für das Solarstrom-Kraftwerk "Finow Tower II" auf einem ehemaligen Militärflughafen im brandenburgischen Finowfurt (Barnim).

Brilon - Dunkler Himmel über dem Geschäft mit der Sonnenenergie: Die Pleitewelle in der Branche reißt nicht ab. Jetzt traf es die Firma Solarhybrid.

Die nächste Pleite mit Sonnenenergie: Nach Solon und Solar Millennium hat es jetzt Solarhybrid aus dem Sauerland erwischt. Das Amtsgericht Arnsberg bestätigte am Mittwoch den Eingang eines Insolvenzantrages der Firma. Als Nächstes werde über die Zusammensetzung des Gläubigerausschusses entschieden, sagte ein Justizsprecher. Warum dem seit 2008 an der Börse notierten Unternehmen das Geld ausging, blieb zunächst unklar. Die Solarhybrid AG war am Mittwoch zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Branchenkenner nehmen an, dass sich die Sauerländer bei der Finanzierung von Großprojekten übernommen haben. Solarhybrid hat im Geschäftsjahr 2010 im Schnitt 70 Mitarbeiter beschäftigt. Die gesamte Branche leidet unter Überkapazitäten und sinkender Förderung.

Die Firma ist auf den Bau von großen schlüsselfertigen Solarstrom-Kraftwerken spezialisiert. Nach eigenen Angaben bietet sie unter einem Dach Projektentwicklung, Finanzierung, Errichtung sowie den Betrieb und die Wartung der Parks an. In den Jahren 2010 und 2011 entstanden Photovoltaik-Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 266 Megawatt, vornehmlich in Ostdeutschland. 2010 erzielte Solarhybrid einen Umsatz von 113,4 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wollte die Firma erstmals einen operativen Gewinn verbuchen. Nach neun Monaten stand unter dem Strich bereits ein Plus von 5,9 Millionen Euro.

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In der Projekt-Pipeline standen knapp 3000 Megawatt, der Großteil davon waren Großkraftwerke im US- Staat Kalifornien . Dort hatte die Gesellschaft vier Projekte des insolventen Erlanger Kraftwerksbauer Solar Millennium zu einem unbekannten Preis übernommen. Diese sollten aber zum Teil gleich weiterverkauft werden. Der Kaufvertrag stand zudem unter der Bedingung, dass Solarhybrid bis Ende März Bürgschaften auszulösen hatte, die Solar Millennium im Zusammenhang mit den US-Projekten gegeben hatte. Nach Angaben eines Sprechers des Insolvenzverwalters von Solar Millennium, Volker Böhm, war dies bis zum Ende der vergangenen Woche nicht geschehen.

Das sauerländische Unternehmen ist ein vergleichsweise kleiner Vertreter der Branche. Die Krise hat jedoch schon längst auch die großen Solar-Unternehmen erfasst. So kämpfen Conergy und Q-Cells ums Überleben und auch der einst stets optimistisch in die Zukunft blickende Solarworld-Chef Frank Asbeck warnt inzwischen vor dauerhaft schweren Zeiten. Solarworld will an diesem Donnerstag seine Jahresbilanz vorstellen. Anfang Dezember hatte Solarmodulhersteller Solon aus Berlin mit weltweit knapp 800 Mitarbeitern Insolvenzantrag gestellt. Wenige Tage darauf hatte auch der Erlanger Solarkraftwerk- Hersteller Solar Millennium seine Pleite bekanntgegeben.

dpa

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