Börsen reagieren nervös – Euro fällt auf 1,36 Dollar

Nächster Akt im Griechen-Drama

?Warum sind die Börsen rund um den Globus so nervös?

!Die Spekulationen über eine drohende Pleite einiger EU-Staaten machen den Anlegern Angst. Sollte Griechenland mangels Hilfe aus Brüssel oder Berlin künftig mit leeren Händen dastehen, könnte es zu einem unkontrollierten Zahlungsausfall für griechische Staatsanleihen kommen. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Kapitalmärkte in ganz Europa. Also kein Wunder, dass die Kurse an den Wertpapierbörsen unter Druck stehen.

?Was hat Deutschland mit griechischen Anleihen zu tun?

!Mit Anleihen pumpen sich die Staaten Geld von den eigenen Bürgern oder auch von anderen Staaten. Anleihen sind nichts anderes als Schuldverschreibungen. Ist nun ein Land zahlungsunfähig, bleiben die Gläubiger auf den Schulden sitzen. Und bei Staatsanleihen gehen die Ausfälle dann in die Milliarden.

? Wie groß ist das Misstrauen in Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien und Irland?

!Das verraten die Kreditmärkte. Investoren zahlen Risikoprämien um sich vor dem Ausfall der Kredite zu schützen. Überdurchschnittlich hoch sind die Prämien derzeit für Griechenland (4,28 Prozent), Portugal (2,29), Irland (1,72) und Spanien (1,71). Am Donnerstag platzierte Spanien eine Anleihe über 2,5 Milliarden Euro und bot eine Rendite von 2,63 Prozent an – einen halben Prozentpunkt mehr als vor wenigen Wochen.

? Was bedeutet das für den Euro?

!Die Griechenland-Krise hat den Euro verbilligt – zur Freude der europäischen Exportindustrie, die seit langem unter dem hohen Kurs der Gemeinschaftswährung leidet. Doch fiel der Euro gleich auf 1,3649 Dollar und notiert damit so niedrig wie seit Mai vorigen Jahres nicht mehr. Die Ausschläge an den Börsen sind derzeit sehr heftig. Dies sorgt zusätzlich für Unruhe. Die EZB beschwichtigte gestern. Von einer Belastung des Euro durch das griechische Haushaltsdefizit könne keine Rede sein, hieß es.

?Sind es nur die Sorgen um die EU-Länder, die für Wirbel sorgen?

!Negativ wirkten sich die schlechter als erwartet ausgefallenen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt aus. Sie schickten kurzfristig den Dax in den Keller. Die Rezession hat in USA 8,4 Millionen Jobs vernichtet.

Von Martina Wewetzer

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