Stiftung Warentest

Tipps für mehr Geld: Höheres Netto-Einkommen im Nebenjob? Worauf Sie achten müssen

Millionen Deutsche verdienen sich mit einem Nebenjob mehr Geld. Die Netto-Einkommen variieren teilweise stark. Hier die Tipps, worauf es zu achten gilt.

  • Im Jahr 2019 verdienten sich über drei Millionen Deutsche mehr Geld mit einem Nebenjob.
  • Das Netto-Gehalt variert stark je nach Beschäftigungsart.
  • Stiftung Warentest hat mehrere Tipps veröffentlicht.

Kassel - Viele Menschen nehmen einen Nebenjob an, um mehr Geld zu verdienen. Das Netto-Gehalt hängt nicht nur vom Brutto-Gehalt ab, sondern auch von der Höhe der Abgaben - und diese unterscheiden sich je nach Job.

Geld: Zahl der Nebenjober steigt

Im Jahr 2019 verdienten sich laut Stiftung Warentest 3,4 Millionen Menschen in Deutschland mehr Geld in einem Nebenjob dazu.

Das Netto-Gehalt unterscheidet sich je nach Beschäftigungsart. Die Einkünfte können teilweise sehr stark variieren. Immer mehr Menschen haben in den vergangen Jahren einen Nebenbjob angenommen.

Mehr Geld durch einen Nebenjob: Oft wird nur der Brutto-Verdienst ausgeschrieben

Um auch im Nebenjob mehr vom Netto-Gehalt zu haben, sollten Suchende in erste Linie auf die Anstellungsform achten. Oft wird bei Jobangeboten nur der Brutto-Verdienst ausgeschrieben.

Was sich auf den ersten Blick nach viel Geld anhört, kann sich im Netto-Betrag ganz anders darstellen als erhofft.

Diese fünf verschiedenen Anstellungsvarianten sind bei Nebenjobs möglich:

  • Beschäftigung in Teilzeit
  • Minijob
  • Nebenjob über 450 Euro
  • Aushilfsjob
  • Selbstständige Nebentätigkeit

Mehr Geld durch höhere Netto-Einkünfte

Mehr Geld durch einen Minijob zur Verfügung haben: Das wollen derzeit laut Stiftung Warentest rund 2,9 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Die Angestellten können bei dieser Beschäftigungsform ihren Lohn ohne Abzüge erhalten.

Geld: So haben sie im Zweitjob mehr vom Netto.

Also ist Netto hier gleich Brutto. Der Verdienst muss zudem nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Diese Abgaben zahlt der Arbeitgeber:

  • 2 Prozent Lohnsteuer (an die Minijob-Zentrale)
  • Krankenversicherung
  • Rentenversicherung

Geld-Einkommen erhöhen: Minijobber dürfen 5.400 Euro pro Jahr verdienen

Im Jahr dürfen Minijobber 5.400 Euro verdienen - also 450 Euro im Monat (Netto). In Einzelfällen drüfen Arbeitnehmer auch mehr Geld verdienen. Laut dem Blog der Minijob-Zentrale kann es sein, dass die Arbeitszeiten mit jeder Mindestlohnerhöhung angepasst werden müssen.

Aufpassen müssen Angestellte, wenn der Arbeitgeber den Verdienst nicht pauschal, sondern nach Steuerklasse abrechnen will. Das kann zur Folge haben, dass Lohnsteuer fällig wird und der Verdienst in der Steuererklärung angegeben werden muss.

Minijob (Beispiel)
Brutto450 Euro
Lohnsteuer0 Euro (Pauschal­versteuerung)
Sozialabgaben0 Euro (Von Pflicht befreit)
Netto450 Euro (Nicht in Steuererklärung)

Im Minijob gibt es die Option einen Teil der Beiträge zur Rentenversicherung selbst zu zahlen. Arbeitnehmer können sich davon allerdings auch befreien lassen.

Der Nebenjob: Mehr Geld in die Tasche wirtschaften

Die Steuern und Sozialabgaben für einen Nebenjob unterscheiden sich im Vergleich zu den Abgaben bei einem Minijob stark. Bei einem Nebenjob müssen Bewerberinnen und Bewerber stark auf das Netto-Einkommen achten. Durch die hohen Abgaben kann es sein, dass sich gemessen am Arbeitsaufwand ein Minijob mehr rentiert.

Der Anteil, der vom Monatsendgeld abgezogen wird, hängt auch von den Sozialabgaben ab. Diese richten sich nach der verdienten Geldhöhe, die mit der Nebentätigkeit bereits erworben wird. Wenn beispielsweise Rentner und Studenten nur zwischen 450 und 1300 Euro im Monat verdienen, müssen sie nur reduzierte Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Neben­job (Beispiel) (Im Hauptjob 2200 Brutto)
Brutto 700 Euro
Lohnsteuer79 Euro (Steuerklasse VI)
Sozialabgaben138 Euro
Netto 483 Euro - Weitere Steuern werden nach der Steuerklärung gefordert

Geld durch Nebenjob: So ergibt sich das Netto

Das Netto-Einkommen ist im Beispiel zuvor nicht viel höher, als bei einer Anstellung als Minijobber. Deshalb sollten sich Menschen, die auf der Suche nach einem Nebenjob sind, gut überlegen, ob sich der Mehraufwand für das Geld rentiert. Die Steuern werden bei einem Nebenjob nach der Steuerklasse berechnet.

Personen, die einen Hauptjob haben, müssen ihren Nebenjob in ihrer Steuererklärung angeben - und zwar mit der höchsten Steuerklasse, so Stiftung Warentest.

Geld: Bei einem Aushilfsjob ist der Zeitraum entscheidend

Bei einem Aushilfsjob und einer Saisonbeschäftigung ist laut Stiftung Warentest der Zeitraum ausschlaggebend. Diese Beschäftigungsformen sind auf drei Monate beziehungsweise 70 Arbeitstage im Jahr begrenzt. Hierbei fallen keinerlei Sozialabgaben an.

Aushilfsjob/Saisonarbeit (Beispiel)
Brutto 700 Euro
Lohnsteuer194 Euro (Steuerklasse VI)
Sozialabgaben0 Euro
Fazit 506 Euro (Steuererklärung verpflichtend)

Allerdings wird das Netto-Gehalt durch die Steuerabgaben geschmälert. Meist wird hier die Steuerklasse VI zugrunde gelegt. Falls zu viele Steuern abgegeben wurden, kommt das abgezogene Geld durch die Steuerklärung später wieder zurück.

Auch eine Pauschalversteuerung mit 25 Prozent könnte infrage kommen. Meist lohnt sich eine Pauschalversteuerung laut Stiftung Warentest nur, wenn der Arbeitgeber die Steuerlast übernimmt.

Extra Geld durch Selbstständigkeit verdienen

Es gibt auch die Möglichkeit, nebenbei Geld durch Selbstständigkeit zu verdienen. Bei einem Jahreseinkommen unter 410 Euro kann es vorkommen, dass das Netto- und Brutto- Einkommen gleich sind. Krankenkassenbeiträge fallen nicht an, wenn es sich um einen Nebenberuf handelt. Allerdings fällt Einkommenssteuer an, wenn mehr als 410 Euro im Jahr verdient werden. Rentenbeiträge haben nur einzelne Berufsgruppen wie Lehrer und Handwerker zu zahlen.

Selbstständig als Nebenerwerb (Beispiel)
Gewinn 5.400 Euro
Steuer1.614 Euro
Sozialabgabe 0 Euro weil nebenberuflich
Fazit 3.786 Euro (Steuererklärung verpflichtend)

Bei einem selbstständigen Nebeneinkommen kommt es zudem darauf an, ob derjenige unter die Kleinunternehmer-Regelung fällt. Wenn der Nebenerwerb nicht unter die Kleinunternehmer-Regelung fällt, dann muss man Umsatzsteuer zahlen.

Um als Kleinunternehmer zu gelten, muss der Umsatz im laufenden Jahr bei maximal 22.000 Euro liegen und darf im darauf folgenden 50.000 Euro nicht überschreiten.

Eine Studie hat Jobs mit hohen Netto-Gehälter veröffentlicht. Ist ihrer auch dabei? (luc)

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska / dpa-Zentralbild / dpa / picture alliance

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