Das Netz macht Tempo mit UMTS und LTE

2007: Das iPhone von Apple verhilft UMTS zum Durchbruch.

Kassel. „Billig vom Acker“ kam bei der UMTS-Lizenzversteigerung am 31. Juli 2000 niemand. So äußerte sich 2000 der Vertreter von Viag Interkom.

Das Unternehmen, das heute O2 heißt, pokerte mit sechs anderen Unternehmen um die Frequenzen der Regulierungsbehörde für Telekom und Post (heute: Bundesnetzagentur). Nach drei Wochen füllten sechs Konzerne den Staatshaushalt mit umgerechnet 50 Milliarden Euro auf.

Die Lizenz- und die Netzbaukosten reichten die Mobilfunkunternehmen an die Kunden weiter. Aus diesem Grund machen noch heute zwei von drei Handy-Besitzern laut eine Markterhebung von Fittkau & Maaß einen Bogen um den schnellen Datentransport. Das Geschäft mit UMTS lief schleppend an: Es fehlte die „Killerapplikation“, jenes Angebot, das UMTS für Kunden notwendig machte. Musik, Spiele, Video und der Austausch in Netzwerken brachte die Kosten nicht ein.

Die Trendwende kam mit den Smartphones - jenen Handys, mit denen man nicht nur telefonieren kann. Wesentliche Impulse kamen für diese Hard- und Software-Kombination 2002 mit den Blackberrys von RIM und 2007 mit dem iPhone von Apple. Quasi über Nacht war es möglich unterwegs ins Internet zu gehen und eMails zu lesen. Je nach Betreiber erreichen die UMTS-Netze 59 bis 81 Prozent der Bevölkerung, in der Fläche liegt die Abdeckung im Schnitt bei 70 Prozent. 2009 nutzten laut Statistik 19 Mio. Teilnehmer in Deutschland UMTS - mehr als doppelt so viele wie im iPhone-Jahr 2007. UMTS - Universal Mobile Telekommunications System - erlaubt eine Datenübertragung bis zu 384 Kilobit pro Sekunde (Datendurchsatz), der UMTS-Beschleuniger HSPA bietet bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde.

Da jede Funkzelle nur eine bestimmte Datenmenge gleichzeitig transportieren kann, ist für die Geschwindigkeit entscheidend wie viele Nutzer sich gleichzeitig an einem Datenknotenpunkt tummeln. Sie müssen sich den Übertragungsweg teilen. Beispiel Schlussverkauf: Stehen 20 vor der Kaufhaustür geht der Einlass reibungslos, stehen 200 davor gibt es Gedränge.

LTE (Long Term Evolution) ist der neueste Standard und verspricht Transfers von bis zu 300 Megabit pro Sekunde. Die Versteigerung der Lizenzen brachte 4,4 Mrd. Euro in die Staatskasse. UMTS wird noch lange Standard sein, Vodafone und Telekom bieten aber bereits LTE-Tarife an.

Verbraucherfreundlich ist LTE schon jetzt: Um das Internet flügge zu machen, hat die Bundesregierung die Lizenzen an Ausbaupflichten geknüpft. Bis Ende 2010 sollen alle deutschen Haushalte mit einem Megabit pro Sekunde versorgt werden können - Vorrang haben kleine Ortschaften.

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