Riesige Auswahl an Songs

Das Netz als Musikbox: Streaming ist der Hit im Internet

Kassel. Noch ist die CD der Tonträger Nummer eins. Doch längst gewinnt eine neue Art, Musik zu hören, immer mehr Anhänger: das Streaming. Im Gegensatz zu Musik-Downloads, die 2013 in den USA seit über zehn Jahren erstmals zurückgegangen sind, kann man bei dieser Technologie die Musik direkt aus dem Netz hören.

Gut ein Dutzend Portale bietet in Deutschland ihre Titel an. Bei all diesen Anbietern kann man auf seinem Computer, Smartphone oder Tablet für bis zu zehn Euro pro Monat jederzeit und überall Musik hören (siehe Kasten). Bisheriger Platzhirsch ist das schwedische Unternehmen Spotify mit 24 Millionen Kunden weltweit. Die meisten von ihnen nutzen jedoch das für sie kostenlose, werbefinanzierte Abonnement. Dafür nehmen sie eine etwas geringere Klangqualität in Kauf.

In Deutschland ist Simfy der Vorreiter. Hier hat man die Wahl zwischen der kostenlosen Version und zwei Bezahl- Angeboten. Der Dienst bietet zudem verschiedene Apps an. In der kostenlosen Variante können Nutzer Musik mit Werbeunterbrechungen hören.

Zwar schwören Sammler, die nicht von WLAN, Mobilfunk oder dem Streaming-Service abhängig sein wollen, auf Download. Allerdings sind die Grenzen längst fließend: Amazon oder Apple machen gekaufte Files mittlerweile gleichzeitig per Cloud überall verfügbar, Bezahlnutzer der Streaming-Services können Titel auch lokal speichern. Die Vorzüge des Streamens scheinen viele Hörer überzeugt zu haben. Jahr für Jahr steigt der Streaming-Umsatz konstant (siehe Grafik).

Immer neue Anbieter kommen zu bewährten Diensten wie Simfy, Spotify, Napster hinzu. Zuletzt hatte in Deutschland der Web-Gigant Google sein Streaming-Angebot „Google Play Music All-Inclusive“ gestartet. Kürzlich ist auch der französische Dienst Qobuz hinzugekommen, der seit Dezember 2013 in acht europäischen Ländern vertreten ist, darunter Deutschland. Quobuz, das ebenfals die Möglichkeit zu Downloads und Käufen bietet, verspricht eine besonders hohe Klanggüte in 16Bit/44,1kHz-Qualität.

Überhaupt hat sich das Angebot mittlerweile ziemlich verbreitert. Abseits vom breiten Popmarkt finden selbst Jazzfreunde nicht nur bei den bekannten Diensten, sondern auch auf weniger bekannten wie dem französischen Deezer ein umfassendes Angebot.

Nun reagiert auch die Industrie. Das Musikstreaming zähle zu den „maßgeblichen Trends der Musiknutzung“, sagt der Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie, Florian Drücke. Daher werde man ab sofort auch Musikstreamings aus bezahlten Premium-Angeboten in die Wertung deutscher Single-Charts mit einfließen lassen.

Hintergrund: Über ein Dutzend Streaming-Dienste im Internet

• Immer und überall Musik hören und dabei auf Millionen von Songs zugreifen – das ermöglichen Musik-Streaming-Dienste. Über ein Dutzend Anbieter gibt es derzeit bei uns. Die günstigsten Tarife variieren von 4,99 Euro bis 9,99 Euro.

• Je nachdem, worauf man Wert legt, sollte man genau auswählen. Napster etwa, das bei einem Test des Online-Portals Cloudsider den ersten Platz belegte, hat ein umfangreiches Musikangebot mit über 20 Mio. Musiktiteln parat, bietet einen Offline-Modus sowie Streaming auch direkt aus dem Internet- Browser.

• Ein besonders gutes kostenloses Angebot macht der französische Anbieter Deezer, bei dem man auch MP3-Musik hochladen kann. Der Discovery-Tarif mit Werbung ist gratis und endet erst nach zwölf Monaten. Danach kann man bei Deezer aber noch zwei Stunden monatlich umsonst Musik hören. In der Regel meldet man sich bei dem Anbieter seiner Wahl über Facebook oder per E-Mail an. (rie)

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf:

https://www.vetalio.de/musik-streaming

http://zu.hna.de/infos1501

Von Ullrich Riedler

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