Neue EU-Kontonummern: Berlin wehrt sich

Berlin - Deutsche Bankkunden sollen  ihre bisherigen Kontonummern behalten dürfen. Das Finanzministerium will die Pläne der EU-Kommission zur Einführung von 22-stelligen Kontonummern abschwächen.

 “Zur Abwicklung rein nationaler Zahlungsvorgänge“ müsse die Verwendung von alter Kontonummer und Bankleitzahl weiterhin möglich bleiben, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums. Damit stellt sich die Bundesregierung gegen den Vorstoß aus Brüssel, Überweisungen innerhalb der EU künftig ausschließlich über das europäische Zahlungssystem Sepa abzuwickeln.

Die EU-Kommission will Kontoinhaber spätestens von 2013 an verpflichten, für jede Überweisung innerhalb der EU eine 22-stellige Kontonummer (Iban) und eine elfstellige Bankleitzahl (BIC) zu verwenden. Auch bei Zahlungen im eigenen Land sollen die bisherigen nationalen Nummern ab spätestens 2013 nicht mehr gelten.

Überforderte Bankkunden - Chaos befürchtet

Die EU- Kommission will im September einen Vorschlag machen, bis wann die neuen Regeln umgesetzt werden müssen. Die Verbraucherzentralen befürchten ein Chaos bei der Umstellung und eine Überforderung der Bankkunden. “Wir wollen, dass die Interessen der Verbraucher nicht zu kurz kommen“, begründete eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums die ablehnende Haltung in der “SZ“.

“Für die Kunden sind die langen Zahlen kompliziert und verlangen deutlich mehr Aufwand und Konzentration beim Ausfüllen einer Überweisung.“ Stattdessen setzt sich die Regierung laut “SZ“ für eine verbraucherfreundlichere Lösung ein. “Es wäre denkbar, dass die Kunden auch in Zukunft ihre vertrauten Zahlen verwenden, die Banken diese aber automatisch in IBAN und BIC umrechnen“, sagte die Sprecherin. Technisch sei das möglich.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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