Neue Pneumologische Funktionseinheit

Lungenheilkunde (Pneumologie) im Luftkurort: Dr. Joachim Stumpner (von links), Leiter der Pneumologischen Funktionseinheit, Bürgermeister Manfred Fehr, HKZ-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Kurt Albus und HKZ-Geschäftsführer Guido Wernert. (Foto: nh)

Durch die Spezialabteilung für Lungenheilkunde und dem angegliederten Schlaflabor erfahren damit die Bereiche der Kardiologie und Neurologie eine nächste interdisziplinäre Erweiterung. „Das HKZ hat seine Leistungsfähigkeit als Kardiologische Fachklinik, als Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie mit Maximalversorgungsstandard und bei der neurologischen sowie orthopädischen Rehabilitation von Patienten bereits erfolgreich unter Beweis gestellt“, berichtet HKZ-Geschäftsführer Guido Wernert. Fachkliniken mit gezielt ausgebildetem Personal und der speziell auf das Krankheitsbild abgestimmten Einrichtung können Erkrankungen gezielt und erfolgreich behandeln. Um kardiologische und neurologische Krankheitsbilder auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu behandeln, hat das HKZ zusätzlich den Aufbau einer Pneumologischen Funktionseinheit schrittweise umgesetzt.

Die Pneumologische Funktionseinheit deckt die Kompetenzbereiche Klinische Neuro-Pneumologie, Kardio-Pneumologie und zugehörige Schlafdiagnostik sowie der nicht-invasiven Beatmung / Weaning ab. 15 stationäre Betten für die klinische Pneumologie (Diagnostik und Therapie) sowie zwei Betten auf der Intensivstation der kardiologischen Abteilung (Einleitung der nichtinvasiven Beatmung ohne Tubus) gehören zu der neuen Funktionseinheit.

Ausgangspunkt für die Implementierung einer Pneumologischen Funktionseinheit war die durch neuere wissenschaftliche Studien belegte medizinische Erkenntnis, dass kardiale und neurologische Erkrankungen das Atmungssystem mit betreffen.

Die Organsysteme des Herz-Kreislauf-Systems und der Atmungsorgane weisen enge anatomische und physiologische Zusammenhänge auf, die bei Erkrankung in übereinstimmenden Symptomen, wechselseitiger Auslösung oder Verschlimmerung von Krankheiten aus beiden Organsystemen deutlich werden. Gemeinsame Diagnostik und Therapie berücksichtigen diese Wechselwirkungen.

Beispielsweise leiden mehr als 70 Prozent aller Menschen mit einer chronischen Herzinsuffizienz auch an einer schlafbezogenen Atemstörung. Ohne deren Behandlung haben diese Patienten ein weit größeres Risiko, an der Krankheit zu sterben. Bei Patienten mit einem Schlaganfall sind es laut Information des HKZ 60 bis 70 Prozent. Für eine komplexe Behandlung dieser Patienten empfiehlt sich da

her nicht nur die Berücksichtigung, sondern auch die Mitbehandlung dieser Begleiterkrankungen.

Erfahrenes Team unter Leitung von Dr. Joachim Stumpner

Leiter der neuen Pneumologischen Funktionseinheit im HKZ ist Dr. Joachim Stumpner. Der 60-jährige Pneumologe war in den vergangenen 19 Jahren als Chefarzt im Werra-Meißner-Kreis tätig. Er leitet ein erfahrenes Team unterschiedlicher medizinischer Fachkräfte. „Die Herausforderung hier ist der Aufbau einer Querschnittsabteilung für die Akutbehandlung kardiologischer und neurologischer Krankheitsbilder“, sagt der Mediziner über persönliche Ambitionen. Vielseitige Fragestellungen verlangten umfassende Planungskompetenz: Vielschichtiges Denken sei an einer solchen Fachklinik leichter zu realisieren und das bessere outcome der Patienten senke ihr Mortalitätsrisiko.

Nicht-invasive Beatmung ist ein wichtiger Bereich

Ein wichtiger Teilbereich der Pneumologischen Funktionseinheit ist die nicht-invasive Beatmung, das heißt ohne Tubus. Der für das Rotenburger Team gewonnene Pneumologe und Leitende Oberarzt, Karsten Rasche, behandelt Patienten mit einer Erschöpfung der Atemmuskulatur. Die resultiert aus Erkrankungen wie Duchenne Muskeldystrophie, hochgradig verbogener Wirbelsäule, Fettleibigkeit oder schweren Lungenerkrankungen. Die Beatmung mit der Maske senkt das Risiko für die Patienten.

Karsten Rasche gilt als Experte auf dem Gebiet der nicht-invasiven Beatmung und war in gleicher Funktion unter anderem in den Niederlanden und zuletzt in Mühlhausen (Thüringen) tätig.

Schlafstörungen gehören zu vielen pneumologischen Krankheitsbildern. Eine perfekte Ergänzung ist daher das ambulante Schlaflabor. Zur Diagnostik von schlafbezogenen Atmungsstörungen stehen dort elf Messplätze, ein erfahrener Schlafmediziner und ein eingespieltes Pflegeteam zur Verfügung. Im Labor wird der Schlaf von neurologischen und kardiologischen Patienten während ihres stationären Aufenthaltes analysiert. Geschäftsführer Guido Wernert betont, dass die Ausstattung des Schlaflabors führend in Deutschland sei. Das Einzugsgebiet des Schlaflabors reiche bis über die Kreisgrenzen hinaus. PCJ

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