1200 Mitarbeiter, drei Restaurants

Brexit überschattet Eröffnung der neuen Siemens-Zentrale

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Blick in die neue Siemens-Konzernzentrale, aufgenommen am 24.06.2016 in München während der feierlichen Eröffnung.

München - Topmoderne Büros, lichtdurchfluteter Innenhof, mehrere Restaurants: Siemens hat sein neues Hauptquartier eröffnet. Doch der Brexit überschattet alles. 

Mit einem Bekenntnis zu Europa hat Siemens-Chef Joe Kaeser die neue Zentrale des Elektrokonzerns in München eröffnet. „Europa ist längst eine Selbstverständlichkeit der modernen Zivilisation geworden, und das ist gut so“, sagte Kaeser am Freitag vor zahlreichen geladenen Gästen mit Blick auf das Brexit-Votum der Briten. Gerade in einer Zeit, in der Weltoffenheit und Toleranz von Manchen in Frage gestellt werde, sei es Siemens wichtig, ein einladendes und offenes neues Haus für Mitarbeiter und Besucher aus aller Welt zu bieten. „Mit unserer neuen Konzernzentrale wollen wir ein Zeichen setzen für das Miteinander von globaler Unternehmerschaft, gesellschaftlicher Integration und nachhaltigem Handeln.“

Europa werde sich durch das Votum der Briten verändern und Großbritannien auch, sagte Kaeser. Wichtig sei aber jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Entscheidung sorgfältig zu bewerten. Für Siemens selbst dürften die Auswirkungen überschaubar bleiben, erwartet der Konzernchef. „Wir haben seit jeher eine starke Wertschöpfung vor Ort.“

Deutlicher als Kaeser wurde Siemens-Chefaufseher Gerhard Cromme. Das Votum sei eine „schlechte Nachricht“, sagte der Manager, „das wirft uns alle zurück“. Vor allem die große Verunsicherung, die dadurch geschaffen werde, könne sich „ganz schnell zu einem negativen Wachstum auswirken“. Siemens werde die Entwicklung aber nicht umwerfen. „Es wird in Zukunft möglicherweise das Sahnehäubchen fehlen“, doch herrsche keine „Katastrophenstimmung“ bei dem Konzern.

Neue Siemens-Zentrale: Durch das Atrium können auch Passanten flanieren

Mit dem neuen Hauptquartier hat Siemens eine moderne Arbeitswelt für rund 1200 Mitarbeiter geschaffen. Sie umfasst unter anderem offene Bürostrukturen, Restaurants und andere gastronomische Einrichtungen sowie lichtdurchflutete Innenhöfe und ein Atrium, durch das sich Besucher und Passanten frei bewegen können. Die Baukosten belaufen sich auf einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Zur Eröffnung wollten auch Siemens-Beschäftigte mehrerer Standorte in Bayern mit einer Postkarten-Aktion auf ihre Sorgen um die Arbeitsplätze aufmerksam machen. Siemens-Chef Joe Kaeser hatte erst vor einigen Wochen angekündigt, in der Antriebssparte rund 2500 Jobs zu streichen oder zu verlagern. Betroffen ist vor allem Bayern und hier die Standorte Nürnberg, Ruhstorf nahe Passau und Bad Neustadt/Saale. Kaeser erklärte am Rande des Festaktes, dass man die Menschen „nicht alleine lassen“ werde. Bisher laufen noch keine offiziellen Verhandlungen zu den geplanten Einschnitten.

Siemens gab jetzt auch eine Revolution bei Bewerbungen bekannt: Die Personalchefin will künftig keine Fotos mehr sehen. 

dpa

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