Neue Wege beschreiten

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Sorgen für Qualität: Andrea Wierzoch und Ursula Brandau kennen die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt an die künftigen Fachfrauen für Bürokommunikation.

Nach 14 Jahren im Betrieb gekündigt: Für viele Arbeitnehmer ist das unvorstellbar. Karin Most konnte es zunächst auch nicht fassen, als sie die betriebsbedingte Kündigung in den Händen hielt.

Ein Standortwechsel, wie ihn die 54-Jährige von ihrer damaligen Firma angeboten bekam, war für sie aus familiären Gründen undenkbar. Nach dem Lehramtsstudium und der Geburt ihrer Kinder arbeitete sie immer in kleineren Jobs, bis sie die Stelle im Vertrieb einer großen Luftfahrtgesellschaft bekam.

„Die Arbeitsagentur machte mir wenig Hoffnung, in meinem Alter und mit diesen Vorbedingungen nochmal eine Arbeit zu finden“, sagt sie. Karin Most glaubt fest daran, dass man für beruflichen Erfolg etwas tun kann. Also suchte sie selbst nach einem neuen Weg und entdeckte ein Weiterbildungsangebot der Fachschule für Bürokommunikation an der Martin-Luther-King-Schule in Kassel.

Weg zurück ins Berufsleben

Die einjährige Ausbildung zur staatlich geprüften Fachfrau für Bürokommunikation richtet sich vor allem an Frauen, die wieder in den Arbeitsalltag zurückkehren wollen. Die sollten bereits eine einschlägige Berufsausbildung abgeschlossen und mindestens ein Jahr Berufserfahrung haben. Wer mindestens fünf Jahre in einem entsprechenden Beruf arbeitet, kann sich ebenfalls bewerben.

Der Unterricht findet vormittags statt. Auf dem Lehrplan stehen kaufmännische und bürowirtschaftliche Fächer wie die Anwendung der MS-Office-Programme, Rechnungswesen und Grundlagen der Betriebswirtschaft. Mit zusätzlichem Unterricht und einer zusätzlichen Prüfung kann der Ausbildereignungsschein erworben werden.

Die Ausbildung ist kostenlos. Es werden keine Prüfungsgebühren erhoben. Wenn ein Teilnehmer innerhalb des einen Jahres eine Stelle angeboten bekommt, kann er ohne Folgen abbrechen. „Die Ausbildung wird in jedem Fall zu Ende geführt, auch wenn sich die Teilnehmerzahl reduziert“, sagt Ursula Brandau, Dozentin an der Fachschule.

Wer sich zur Fachfrau für Bürokommunikation an der Martin-Luther-King-Schule ausbilden lässt, kann beim Studentenwerk Meister-Bafög beantragen.

Karin Most hat einige Wochen vor Ausbildungsende eine unbefristete Arbeitsstelle angetreten. Die Abschlussprüfung macht sie trotzdem mit. Ihr neuer Arbeitgeber, die Kasseler Sparkasse, stellt sie dafür frei.

„Ich bin sicher, dass Eigeninitiative und der Wille, sich zu qualifizieren, für Arbeitgeber ein positives Signal ist, unabhängig vom Alter“, sagt sie.

Der nächste Kurs beginnt im August. Es sind noch Plätze frei. Die Schule bittet um eine schnelle Kontaktaufnahme. (zip)

Tel. 05 61 / 77 40 23 o. 77 40 24

www.mlks-kassel.de

Start in den Beruf - Hessen.pdf

Start in den Beruf - Südniedersachsen.pdf

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