Bahn bestellt für sechs Mrd. Euro 220 neuartige ICX bei Siemens - Bombardier baut mit

Neue Züge kommen 2016

So wird er aussehen: der ICX, der ab 2016 die ICE 1 und 2 schrittweise ablösen soll. Computeranimation: Siemens

Berlin. Es ist der Größte Auftrag, den die Deutsche Bahn jemals vergeben und auch der größte, den Siemens jemals bekommen hat. Gestern unterzeichneten die Vorstandschefs der beiden Konzerne, Rüdiger Grube und Peter Löscher, einen Vertrag über die Lieferung von 220 Fernverkehrszügen des Typs ICX. Der Auftrag hat ein Volumen von sechs Milliarden Euro.

Die ersten Züge sollen nach einem 14-monatigen Probebetrieb ab 2016 regulär verkehren und nach und nach die in die Jahre gekommenen ICE 1 und ICE 2 ablösen. Bis 2021 sollen 130 Züge ausgeliefert werden, die restlichen 80 bis 2030. Für weitere 80 Züge hat sich die Bahn eine Option gesichert, so dass das Auftragsvolumen um fast 2,2 Mrd. Euro steigen könnte. Siemens baut die Züge an verschiedenen Standorten, darunter München und Erlangen.

Kassel nicht dabei

Vom Auftrag profitiert auch der Siemens-Konkurrent Bombardier, der nicht mit einem eigenen Angebot angetreten war. Die Deutsch-Kanadier bekommen 2,1 Mrd. Euro vom Auftragswert ab. Die Standorten Hennigsdorf bei Berlin, Görlitz in Sachen und Siegen im Sauerland werden teils ganze Züge bauen beziehungsweise wichtige Komponenten zuliefern. Das weltweite Lokleitwerk von Bombardier in Kassel ist nicht beteiligt, hat aber erst unlängst einen Großauftrag über 200 neuartige Dieselloks von der Deutschen Bahn erhalten.

Die neuen Fernzüge wird es in zwei Varianten geben: Die kleineren, siebenteiligen Züge sind für 500 Fahrgäste und Geschwindigkeiten von maximal 230 Kilometern in der Stunde (km/h) ausgelegt. Die größeren, zehnteiligen können 725 Passagiere befördern und Spitzengeschwindigkeiten von 249 km/h erreichen. Für Geschwindigkeiten darüber steht auch künftig der ICE3 zur Verfügung, nach dessen Antriebsprinzip auch die neue ICX-Flotte funktioniert. Da heißt, dass es keine klassischen Triebköpfe wie beim ICE 1 und 2 gibt. Die Züge werden stattdessen von zahlreichen Elektromotoren in den Wagen angetrieben. Durch eine besondere Bauweise und neue Materialien wiegen die modernen Züge sehr viel weniger als die heutigen, wodurch der Energieverbrauch um 30 Prozent sinkt. Je nach Passagieraufkommen können Antriebselemente zu- oder abgeschaltet werden.

Die neuen Züge verfügen über Speisewagen, Bistro, großzügige Familienabteile, Fahrradstellplätze, Behinderten-Toiletten und Einstiegshilfen und setzen nach Angaben von Bahn und Herstellern beim Fahrkomfort und bei der Sicherheit neue Maßstäbe.

Von José Pinto

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