Wieder Datenmissbrauch mit EC-Karten?

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Wieder hat eine Firma Kundendaten von EC-Karten mißbraucht

Hamburg - Ein mutmaßlicher neuer Datenskandal zulasten von Millionen Verbrauchern hat die Hamburger Datenschützer auf den Plan gerufen.

Bankdaten von 14 Millionen Verbrauchern aus Deutschland sollen von einer Tochterfirma des EC-Netzbetreibers Easycash missbraucht worden sein. Mitarbeiter der Behörde wollten am Donnerstag die Hamburger Firma Easycash Loyalty Solutions prüfen. Nach Recherchen von NDR Info soll Deutschlands größter EC-Netzbetreiber Easycash den Abgleich von Kontonummern, die beim Einsatz von EC-Karten gespeichert wurden, mit den Daten von Kunden- und Rabattkarten vornehmen.

Kunde wird mit Gebrauch der EC-Karte gläsern

Bei jeder Verwendung einer EC-Karte zum Bezahlen werden verschiedene Daten gespeichert, darunter die Höhe des Geldbetrags und wo der Kunde eingekauft hat. Offenbar sind diese Datensätze analysiert und Handelsunternehmen angeboten worden. Aus den Daten können Informationen über einzelne Personen gewonnen werden. Zudem könnten sich Werbestrategien ableiten lassen, weil das Konsumverhalten der Verbraucher leicht abgelesen werden kann - der Kunde wird gläsern, ohne dies zu wissen.

Das ändert sich für Bankkunden

Warum werden die Geschäftsbedingungen geändert? © Jens Schierenbeck/dpa
Am 31. Oktober tritt eine EU-Richtlinie in Kraft, die die Zahlungsbedingungen im Europäischen Wirtschaftsraum vereinheitlichen soll. © dpa
Was ändert sich bei Schäden durch gestohlene oder verlorene EC-Karten? © dpa
Wenn die EC-Karte abhandenkommt und Fremde damit Geld abbuchen, müssen Kunden demnächst bis zu einer Höhe von 150 Euro haften. Einzelne Institute haben aber angekündigt, auf die Selbstbeteiligung zu verzichten. Wer zum Beispiel seine PIN auf die Karte schreibt, haftet weiterhin unbegrenzt. © dpa
Was ändert sich bei Überweisungen in Papierform? © dpa
In Zukunft haben Banken nicht mehr die Pflicht, den auf dem Formular angegeben Empfängernamen mit der Kontonummer abzugleichen. Beim Online- und Telefonbanking müssen sie das schon jetzt nicht. Bei einem Zahlendreher kann das Geld ungewollt bei jemand anderem landen. © dpa
Können Kunden irrtümliche Überweisungen in Zukunft noch aufhalten? © dpa
Nein. Wer einen Beleg bei der Bank einwirft oder am Computer auf den Überweisungsknopf drückt, der ist das Geld erst mal los. Wer es sich danach anders überlegt, ist nach Auskunft von Stephanie Pallasch von der “Stiftung Warentest“ auf die Kulanz der Bank angewiesen. © dpa
Kann das Geld bei einer Überweisung zum falschen Konto verloren gehen? © dpa
In der Regel reicht eine Benachrichtigung der Bank, damit der Betrag zurückgebucht werden kann. Damit das Geld dauerhaft weg kommt, muss demnach dreifaches Pech im Spiel sein: Der Kunde müsste die Kontonummer falsch schreiben, es müsste die falsche Nummer tatsächlich geben und es müsste der Empfänger mittellos sein und das Geld gleich ausgeben. © dpa
Wie verändern sich Lastschriften? © Jens Schierenbeck/dpa
Ab dem 1. November dieses Jahres sind sogenannte SEPA-Lastschriften möglich - benannt nach der “Single Euro Payments Area“, also dem einheitlichen europäischen Zahlungsraum. Für diese Lastschriften gelten laut Pallasch andere Rückholfristen: Bis zu acht Wochen nach der Abbuchung kann der Kontoinhaber das Geld zurückfordern. © dpa

“Wir wollen uns vor Ort ein Bild von der Firma machen und dessen, was sie tatsächlich tut“, sagte Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar der Nachrichtenagentur dpa. “Illegal wäre es, wenn zwei Firmen unterschiedliche Datenbestände mit unterschiedlichen Zwecksetzungen etwa aus dem bargeldlosen Zahlungsverkehr und von Kundenkarten zusammenführen, ohne dass der Verbraucher dies weiß und dem zustimmen konnte“, erläuterte Caspar.

Netzbetreiber weist Vorwürfe zurück

Der größte deutsche EC-Netzbetreiber Easycash hat die Vorwürfe als falsch zurückgewiesen. Das Unternehmen führe keine Daten aus dem EC-Netzbetrieb der Easycash mit den Daten aus dem Kundenkartenprogrammen der Schwesterfirma Easycash Solutions zusammen, erklärte Frank Wio, Mitglied der Geschäftsleitung, am Donnerstag. Die Möglichkeit einer Nutzung und des Vergleichs der Daten wurde zwar erwogen und diskutiert, aber unter anderem wegen datenschutzrechtlicher Vorbehalte nicht realisiert.

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