Krise spitzt sich weiter zu

Freitag droht das Aus: Für Kettcar-Hersteller Kettler sieht's "sehr düster" aus

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Nie wieder Kettcar? Am Freitag könnte Schluss sein mit dem Unternehmen Kettler.

Für den Kettcar-Hersteller Kettler sieht es "sehr düster" aus, das sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums am Mittwoch.

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf machte er deutlich, dass sich die Krise weiter zuspitzt. Noch diese Woche könnte das Aus drohen. 

Zuvor wollte die Landesregierung alle Beteiligten an einen Tisch bringen - doch der Versuch war gescheitert. Das Kuratorium der Heinz-Kettler-Stiftung habe ein Moderationsangebot abgelehnt, so der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Es "hat sich hier konsequent verweigert", sagte er.

Kettler News: Arbeitsplätze in Gefahr

Nun müssten die Verantwortlichen alternative Wege finden. "Wir werden den Prozess eng begleiten und alles daran setzen, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und den Beschäftigten und ihren Familien eine gute Perspektive zu eröffnen", sagte Pinkwart gegenüber der dpa. 

Die Stiftung selbst gab zunächst keine Stellungnahme ab. Es werde weiter an Lösungen für den Fortbestand des Unternehmens gearbeitet, betonte aber eine Sprecherin des Unternehmens Kettler. 

Kettcar - Kettler: Noch diese Woche könnte das Aus drohen

Nach eigenen Angaben droht dem Unternehmen noch in dieser Woche das Aus. Einzige Lösung: Kurzfristig müsste eine Zwischenfinanzierung sichergestellt werden. Wenn das nicht gelingt, müsste der Geschäftsbetrieb diese Woche Freitag eingestellt werden, 720 Mitarbeiter würden ihren Job verlieren.

Kettler insolvent: Antrag im Juli

Bereits im Juli hatte Kettler einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Mithilfe eines Investors aus Luxemburg sollte das Unternehmen neu ausgerichtet werden. Als die Heinz-Kettler-Stiftung allerdings die Forderungen des Investors nicht erfüllte, warf er das Handtuch. 

Ein Kettcar im Jahr 2015: Schon damals hatte Kettler Insolvenz angemeldet.

Bei den Rettungsbemühungen hatte das Ministerium der Stiftung eine Schlüsselrolle zugeschrieben. Nun müsste ein neuer Investor gefunden werden. Seitens des Ministeriums hieß es, dafür sei "eine sofortige Entscheidung der Kettler-Stiftung über die Höhe des von ihr zu leistenden Beitrags zwingend erforderlich." 

Kettler: Bereits 2015 insolvent

Im Jahr 2015 war Kettler schon einmal insolvent: Damals konnte das Unternehmen aber gerettet werden. Die Fahrradsparte des Unternehmens wurde verkauft, außerdem wurde die Zahl der Beschäftigten um 200 verringert. 2016 war dann der Neustart möglich. 

Kettcar: Nostalgisches Spielzeug

Das erste Kettcar wurde 1962 auf den Markt gebracht und erinnert an eine Seifenkiste. Mittlerweile wird es mithilfe von Pedalen angetrieben, es wurde über 15 Millionen Mal gekauft. 

Der Name "Kettcar" setzt sich zusammen aus dem Namen des Unternehmens "Kettler" und dem englischen Wort für Auto "Car". Mittlerweile führt ihn der Duden als Gattungsname für Tretautos im Allgemeinen. 

(mit dpa)

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