Verbraucherzentrale: Bei Kennzeichnungspflicht von Eiern wird oft geschlampt

Nicht das Gelbe vom Ei

Kassel/ Göttingen. Hart gekocht, gefärbt, bemalt: Ostern haben Eier Hochkonjunktur. Beim Einkauf sollten Kunden aber genau hinsehen. Das hat jedenfalls die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen getan und dabei Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht entdeckt, die nicht das Gelbe vom Ei sind.

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Der Eier-Code

Fast 400 Eier hatten die Verbraucherschützer in Supermärkten, Discountern, Bioläden und auf Wochenmärkten eingesammelt. Bei 39 Prozent der Angebote „schummelten oder patzen Händler und Produzenten bei der Kennzeichnung“, so die Verbraucherzentrale. So muss auf der Verpackung neben dem Mindesthaltbarkeitsdatum zusätzlich die Art der Haltung, zum Beispiel „Freiland“ in Worten und deutlich sichtbar aufgedruckt sein. Bei loser Ware müssen Hinweise zu Haltung, Haltbarkeit und zum Erzeugercode zusätzlich auf Schildern angegeben sein. Doch an Marktständen betrug die Fehlerquote, gemessen an den gesetzlichen Vorgaben fast 100 Prozent. Bei Bioläden und -supermärkten gab es fast 35 Prozent zu beanstanden.

Fehlende Stempel

Die Fehler: Bei insgesamt 39 Proben fehlte der Erzeugerstempel auf der Schale, bei 108 losen Eiern und drei Packungen wurden der Aufdruck nicht erläutert. Insgesamt 36-mal stellten die Tester erst nach akribischer Suche fest, dass sie auf Käfigeier gestoßen waren. Meist fehlte der eindeutige Hinweis auf der Verpackung oder am Verkaufsstand.

Dabei könnten zumindest Eier aus Deutschland in den nächsten Tagen knapp werden, warnt der niedersächsische Landesverband der Geflügelwirtschaft. Der Grund ist nicht nur der gestiegene Appetit, sondern auch der heimische Mengenrückgang. Seit Jahresbeginn ist die Käfighaltung verboten, die einer Legehenne nur die Fläche eines Din-A4-Blattes zugestand. Seitdem hat das deutsche Huhn, sofern es seine Eier nicht in Freiland-Haltung oder im Stall legt, in Kleingruppenkäfigen etwas mehr Platz.

Dies teure Umstellung verringerte die Tierbestände. 26,8 Millionen Hennen gackerten 2009 allein in Betrieben mit Plätzen für mehr als 3000 Tiere. Ein Volk, das statistisch betrachtet, pro Person 214 Eier im Jahr verzehrt, können sie nicht versorgen. Acht Mrd. Eier wurden 2009 importiert, so die Organisation Marktinfo Eier & Geflügel, während die heimische Produktion in Jahresfrist um zwei auf 9,8 Mrd. Stück sank.

Im EU-Ausland jedoch sind die hierzulande verbotenen Legefabriken bis Ende 2011 erlaubt. Verbraucher- und Tierschützer raten deshalb, auf den Stempel auf den Eiern zu achten, um zu wissen, ob sie es mit Import- oder einheimischer Ware zu tun haben.

Von Barbara Will

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