Nichts für Einzelkämpfer

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Belastbar und verantwortungsbewusst: Operationstechnische Assistenten müssen gut unter Stress arbeiten können und dafür sorgen, dass im OP alles glattgeht.

Es fasziniert mich immer wieder, wenn ich am OP-Tisch stehe“, sagt Katharina Pili. „Jeder Eingriff ist eine neue Herausforderung.“ Pili arbeitet als operationstechnische Assistentin (OTA).

OTAs sind die Partner der Ärzte im Operationssaal. Sie reichen die Instrumente, sorgen für Sterilität und kontrollieren die Geräte. Kurz: Sie sind mitverantwortlich für den reibungslosen Ablauf der OP. Dabei arbeiten sie Hand in Hand mit den anderen Mitgliedern des Teams. Einzelkämpfer seien hier fehl am Platz, bestätigt Sebastian Beckers. Er macht eine Ausbildung zum OTA am Lukaskrankenhaus Neuss. „Teamfähigkeit ist das oberste Gebot“, sagt der 24-Jährige.

Wer OTA werden will, muss technisches Verständnis mitbringen. Außerdem ist eine gute körperliche Konstitution gefragt, wie Katja Kister erklärt. Sie leitet die OTA-Schule am Klinikum Frankfurt-Höchst. Schon der Wechsel von Früh-, Spät- und Nachtdiensten ist eine Belastung. Hinzu kommt: Wer bei einer Operation assistiert, arbeitet überwiegend im Stehen. „Operationen können mehrere Stunden dauern“, sagt Kister. „Man kann nicht regelmäßig essen und muss sich unter Umständen auch den Gang zur Toilette verkneifen.“

Dickes Fell ist nötig

Nicht nur körperlich, auch psychisch sollten OTAs belastbar sein, sagt Pili: „Es gibt Operateure, die sehr streng sind. Wer da kein dickes Fell hat, kann einpacken.“ Sie empfiehlt, vor Beginn der Ausbildung ein Praktikum zu machen, um die Atmosphäre im OP kennenzulernen.

Die Arbeit der OTAs beginnt schon vor dem eigentlichen Eingriff. Sie betreuen die Patienten beim sogenannten Einschleusen in den OP – wenn nötig, auch psychologisch. „OTAs müssen gut mit Menschen umgehen können“, sagt Kister. „Sie müssen einfühlsam sein.“

Qualifizierter Nachwuchs wird dringend gebraucht. „Die Nachfrage ist riesig“, sagt Andrea Albrecht, Sprecherin des Deutschen OTA-Schulträger-Verbands (DOSV). „Die Absolventen werden schon vor Abschluss der Ausbildung praktisch weggekauft.“ Ein Grund für den Mangel ist die fehlende staatliche Anerkennung der OTA-Ausbildung. Es gibt folglich weder eine geregelte Ausbildungsvergütung noch ein bundesweit einheitliches Lehrkonzept. Grundlage sind vielmehr die Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft oder landesrechtliche Regelungen.

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Die Ausbildung dauert drei Jahre. Dabei wechseln sich praktische Phasen in einer Klinik mit Theorieunterricht ab. Neben Grundlagenfächern wie Anatomie oder Hygiene liegt der Schwerpunkt auf der Chirurgie. Die Auszubildenden lernen zum Beispiel, wie Instrumente desinfiziert und verpackt werden, wie man Apparate und Materialien kontrolliert oder Patienten richtig lagert. Auch wenn verbindliche Regelungen zur Vergütung fehlen: Nach Angaben des DOSV können Auszubildende im ersten Lehrjahr mit 817 bis 875 Euro rechnen, im zweiten mit 878 bis 937 und im dritten mit 956 bis 1038.

Voraussetzung für die OTA-Ausbildung ist ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit einer zweijährigen abgeschlossenen Berufsausbildung beziehungsweise einer einjährigen Ausbildung in der Kranken- oder Altenpflegehilfe.

Verdienst liegt bei bis zu 2600 Euro plus Zulagen

Doch egal, ob Angestellte oder Assistenten: Im späteren Einsatzgebiet gibt es keine Unterschiede, ebenso wenig in der Bezahlung. Die hängt in erster Linie vom Arbeitgeber ab. Berufseinsteiger können mit etwa 2300 bis 2600 Euro brutto plus Schichtzulagen rechnen.

In großen Krankenhäusern können sich OTAs zum Beispiel auf den OP-Dienst, die Zentralsterilisation oder die Patientenbetreuung spezialisieren. Wer sich qualifiziert, kann Leitungsfunktionen im OP übernehmen und sich zum OP-Management hocharbeiten. (tmn)

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