Es geht um Europas „Souveränität und Unabhängigkeit“

Streit zwischen Russland und USA um Nord Stream 2 - Investor ruft Europa um Hilfe

Das Verlegeschiff „Audacia“ des Offshore-Dienstleisters Allseas verlegt in der Ostsee vor der Insel Rügen Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2.
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Das Verlegeschiff „Audacia“ des Offshore-Dienstleisters Allseas verlegt in der Ostsee vor der Insel Rügen Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2.

Die USA versuchen weiterhin das Projekt Nord Stream 2 zu verhindern. Ein österreichisches Unternehmen, das als Investor an der Pipeline beteiligt ist, fordert die europäische Politik auf zu handeln.

  • Die USA versuchen die Pipeline Nord Stream 2 zwischen Europa und Russland zu verhindern.
  • Russland will das Projekt selbstständig umsetzen.
  • Ein österreichischer Investor bittet die europäische Politik um Unterstützung und plädiert an die europäische Souveränität.

Wien - In dem Streit um die neue Gaspipeline Nord Stream 2 hat der österreichische Energiekonzern OMV um eine Reaktion der Europa-Politik gebeten. Die US-Regierung hatte angekündigt, ihre Sanktionen wegen der Ostsee-Pipeline auszuweiten. Den USA geht das Projekt gegen den Strich, weshalb die Regierung des US-Präsidenten Donald Trumps weiterhin versucht, den Bau zu verhindern. Als Grund nennen die Vereinigten Staaten eine zu große Abhängigkeit Europas von russischem Gas.

Nord-Stream-2-Konflikt zwischen USA und Russland: Energiekonzern OMV hofft auf politische Rückendeckung

Ende 2019 war das Projekt Nord Stream 2 plötzlich unterbrochen worden, weil die Verlegeschiffe wegen der US-Sanktionen ihre Arbeit an der fast fertigen Leitung einstellten. Angela Merkel hatte das Projekt verteidigt. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte im Januar, Russland könne das Projekt selbständig fertigstellen. Aktuell liegt ein russisches Verlegeschiff im Hafen Mukran auf Rügen, wie der Schiffsradar Vesselfinder.com zeigt.

Nord Stream und Nord Stream 2

Das Unternehmen OMV zählt zu den Investoren der Gaspipeline und bittet demnach die europäische Politik um Unterstützung, da ein Unternehmen nicht angemessen auf die Sanktionen eines Landes wie den USA reagieren könne. OMV-Chef Rainer Seele sagte bei der Vorlage der Halbjahresbilanz am Mittwoch (29. Juli): „Allerdings erwarten wir natürlich als europäisches Unternehmen, dass entsprechend sich die Politik dafür einsetzt, dass der Investitionsstandort in Europa an Attraktivität nicht verliert.“ Es sei die Frage, inwieweit sich Europa für seine Souveränität und Unabhängigkeit - insbesondere in der Energieversorgung des Kontinents - einsetzen werde.

Video: Nord Stream 2: USA verhängen Sanktionen, Berlin „bedauert“

Im ersten Halbjahr 2020 verzeichnete OMV eigenen Angaben zufolge mit rund 7,9 Milliarden Euro circa 31 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn vor Sondereffekten brach um 53 Prozent auf 844 Millionen Euro ein. Das Unternehmen habe sowohl mit den Folgen der Corona-Pandemie als auch mit dem niedrigen Ölpreis zu kämpfen gehabt, sagte Seele. Mittlerweile sehe er aber „deutliche Anzeichen der Erholung“. (lb mit dpa)

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