Lamparter setzt weltweit Projekte um

Nordhessen bauen Brücken aus Glas und Stahl - sogar für die Antarktis

Am neuen Platz: die Lamparter-Brücke aus Stahl und Glas in der historischen Hamburger Speicherstadt. Links im Hintergrund ist die Elbphilharmonie zu sehen.
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Am neuen Platz: die Lamparter-Brücke aus Stahl und Glas in der historischen Hamburger Speicherstadt. Links im Hintergrund ist die Elbphilharmonie zu sehen.

Hamburg ist um einen Hingucker reicher – und der kommt direkt aus Nordhessen. Eine 25 Meter lange Brücke verbindet jetzt zwei Gebäude der weltberühmten Speicherstadt. Gebaut wurde die Brücke bei der Firma Lamparter.

Hamburg - Per Tieflader wurde der fast 40 Tonnen schwere Koloss aus Nordhessen in die Hansestadt befördert. Nach fast einem Jahr der Planung und Fertigung stand die größte Anspannung aber erst noch bevor: „Der Einhub ist immer kniffelig. Das ist Millimeterarbeit“, erklärt Lamparter-Geschäftsführer Claus-Peter Hartmann. Einhub bezeichnet das Einsetzen der Brücken. Ein Spezialkran hob die Brücke 40 Meter in den Himmel, um sie zu ihrem Bestimmungsort über dem Hafenwasser zu bringen.

„Alles lief wie am Schnürchen“, berichtet das geschäftsführende Ehepaar, Heika und Claus-Peter Hartmann, nach dem Einhub. Noch am Tag zuvor gab es große Sorgen: Das nordische Schietwedder drohte die Pläne zu durchkreuzen, Wind und Regen waren zu stark. Am nächsten Tag, um 5 Uhr, war dann alles bereitet. „Unsere Auftraggeber waren begeistert. Auf diesen Tag haben sie lange gewartet“, erzählt Heika Hartmann per Telefon auf der Rückfahrt in die Heimat.

Chefs bei Lamparter: Heika und Claus-Peter Hartmann.

Genutzt werden soll die Brücke ab dem Jahr 2022 von den täglich fast 4000 Besuchern des Miniatur Wunderlandes, das sich in den nächsten Jahren um mehr als 3000 Quadratmeter vergrößern will. „Eine Brücke über den Atlantik“, heißt es auf der Webseite der Touristenattraktion. Denn: Im neu erschlossenen Speichergebäude soll die Themenwelt Südamerika entstehen.

„Glas und das viele Wasser in Hamburg passen einfach zusammen“, sagt Heika Hartmann. Ehemann Claus-Peter ergänzt: „Hamburg und Berlin sind unsere Schwerpunkte. Unsere Bauten passen in diese modernen Städte.“ Das Ehepaar leitet gemeinsam die Geschicke der Firma, die Heika Hartmann zusammen mit ihrem Vater Adolf Wagner im Jahr 1990 übernommen hatte. Seit Ende 2019 ist Lamparter Teil der Thelen-Gruppe aus Essen, die große Immobilienprojekte realisiert.

Das Kaufunger Unternehmen mit fast 100 Mitarbeitern ist spezialisiert auf aufwendige Konstruktionen aus Stahl und Glas: Brücken und Dächer sind sein Metier. Die Konstrukteure liefern ihre Brücken „fix und fertig“ beim Kunden ab, wie Claus-Peter Hartmann sagt.

Lamparter setzt weltweit Produkte um - sogar in der Antarktis

Damit sind sie auf der ganzen Welt vertreten: Moskau, Florida und Berlin – und sogar in der Antarktis, wo Lamparter die Stahlkonstruktion einer indischen Forschungsstation fertigte. Vier Mitarbeiter aus Kaufungen kamen dafür fünf Monate lang in den Genuss des antarktischen Sommers. Doch auch vor der eigenen Haustür, in Kassel, ist Lamparter tätig: Die documenta-Ikonen Himmelsstürmer und Spitzhacke kommen aus Kaufungen, ebenso wie die Stahldächer der Tribünen im Auestadion und die Vorplatz-Überdachung am Bahnhof Wilhelmshöhe.

Auch wenn die Brücke aus Kaufungen nun ihren neuen Platz im Weltkulturerbe Speicherstadt gefunden hat, fühlen sich die Hartmanns ihr weiter verbunden, erzählen sie. „Die Verbindung bleibt, weil unsere Produkte sichtbar in der Öffentlichkeit stehen. So können auch unsere Mitarbeiter ihren Familien im Urlaub stolz erzählen: Daran habe ich mitgearbeitet“, sagt Heika Hartmann. (Von Gregory Dauber)

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