In der Ruhe liegt sein Erfolg

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Hessisches Talent: Der 16-jährige Jonathan Berneburg hat einen hervorragenden Start in eine vielversprechende Schwimmerkarriere hingelegt.

Seinen Schulkameraden lässt Jonathan Berneburg (16) im Schwimmbad gern einen kleinen Vorsprung: Doch selbst 25 Meter holt der Wasenberger spielend auf. Gleichaltrige lässt Jonathan locker hinter sich. Kein Wunder: Der 16-Jährige gehört zu den Nachwuchstalenten im Schwimmsport.

Seit seinem fünften Lebensjahr ist Wasser sein Element. Anfangs als Rettungs-, später als Leistungsschwimmer räumte Jonathan Berneburg buchstäblich alle Medaillen in seiner Altersklasse ab. Richtig gut lief es für die heimischen Talente zuletzt bei der Deutschen Jahrgangs-Meisterschaft in Berlin. Dort gewann der Schüler, der für den TSV Eintracht Stadtallendorf startet, über 50 Meter Freistil seinen ersten nationalen Titel. In 23,75 Sekunden bezwang der 16-Jährige aus Wasenberg Nico Perner. Mit dem dritten Rang über 100 Meter Freistil sowie mit der im Vorlauf über 200 Meter erzielten Zeit avancierte Berneburg zum erfolgreichsten Schwimmer aus dem Schwalm-Eder-Kreis.

Intensives Training

Mindestens fünfmal pro Woche steigt der Jugendliche dafür ins Becken, vor Wettkämpfen an sieben Tagen in der Woche – durchschnittlich absolviert er 23 Trainingsstunden. Dazu kommt Konditionsaufbau. Und die Schule: „Es ist schon manchmal ein hartes Pensum, aber Jonathan liebt, was er tut“, sagt seine Mutter Karin Berneburg. Sie fährt ihren Sohn regelmäßig zum Training nach Stadtallendorf. In den Ferien stehen Trainingslager an. Der Ehrgeiz zahlt sich aus: Jonathan wurde 2012 hessischer Vizemeister, zuletzt deutscher Meister. Dabei ist der 16-Jährige überaus ruhig und ausgeglichen. „Jonathan kriegt garantiert nie einen Herzinfarkt“, sagt seine Mutter. Die Ruhe hat er auch im Wasser – doch die hält den Schüler nicht davon ab, seinen Kontrahenten eiskalt davonzuschwimmen.

Seine Paradestrecke ist die 50-Meter-Krauldistanz. Auch Schmetterling schwimmt Berneburg gern und erfolgreich.

Sportinternat wartet

Bis zu den Sommerferien besuchte Jonathan das Schwalmgymnasium in Treysa. Ab Herbst geht er auf ein Sportinternat in Saarbrücken. „Das hat mir mein Trainer empfohlen. Dort werde ich besser gefördert und habe für das Abitur ein Jahr länger Zeit“, erklärt der Wasenberger. Sein großes Ziel ist die Jugend-Europameisterschaft.

Doch nicht allein die Technik, auch die Badekleidung kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Jonathans Wettkampfbadehosen haben es in sich: „Der Stoff sitzt eng und hält so die Muskeln zusammen, damit man nicht so schnell Krämpfe kriegt“, erklärt er. Doch gerade bei der Kleidung gibt es strenge Richtlinien: Ganzkörperanzüge, ähnlich einer zweiten Haut, sind beim Leistungsschwimmen verboten. Die sündteuren Wettkampfbadehosen zieht der Schüler tatsächlich auch nur an, wenn es wirklich drauf ankommt. „Im Jahr werden schon acht Badehosen verschlissen“, erzählt Karin Berneburg. Auch beim Essen achtet Jonathan auf den richtigen „Stoff“. Nudeln und Bananen gehören zu seinen Grundnahrungsmitteln.

Wenn der 16-Jährige seine Bahnen zieht, ist das für seine Mutter bis heute noch manchmal verwunderlich: „Wir fragen uns oft, wie so ein gemütliches Kind eigentlich so schnell schwimmen kann“, sagt sie. Da muss Jonathan Berneburg dann doch für einen winzigen Moment lächeln. SANDRA ROSE

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