Mit Erfahrung zum Erfolg

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Setzt sich für die Beschäftigung Älterer ein: Carsten Höhre, Gesamtprojektleiter Perspektive 50+ Beschäftigungspakt Nordhessen.

Nordhessen befindet sich im demografischen Umbruch, der drohende Fachkräftemangel ist immer öfter ein Thema. Wir haben mit Carsten Höhre, dem Gesamtprojektleiter des Perspektive 50+ Beschäftigungspaktes Nordhessen darüber gesprochen.

Haben die Firmen der Region das Potenzial erkannt, das ältere Arbeitnehmer bieten?

Der nordhessische Beschäftigungspakt hat von 2006 bis heute über 10 000 ältere Arbeitnehmer in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Somit haben über 1000 regionale Unternehmen im vergangenen Jahr auf dieses Potenzial zurückgegriffen, was ein Indikator dafür ist, dass Vorbehalte gegenüber der Neueinstellung Älterer schwinden. Ein zweiter Indikator ist ein 30-prozentiger Anstieg der Beschäftigungsquote von über 50-Jährigen in Nordhessen in den letzten fünf Jahren.

Wo profitieren Unternehmen bei der Beschäftigung oder Neueinstellung Älterer?

Mitarbeiter 50plus haben gegenüber Jüngeren einen Spielvorteil, der oft übersehen wird. Tatsächlich ist Erfahrung kein Selbstwert, sondern namentlich im betrieblichen Lernprozess ein echtes Plus. Erfahrene Menschen sind in der Lage, neues Wissen mit bereits vorhandenem Wissen abzugleichen und kritisch zu hinterfragen. Ebenso bedingt Erfahrung eine problemzentrierte Sichtweise, bei welcher der praktische Anwendungsbezug im Vordergrund steht. Außerdem erleichtert sie den Zugang zu komplexen Sachverhalten. Es müssen neue Wege der Weiterbildung eingeschlagen werden, um die Potenziale Älterer im vollen Umfang nutzen zu können.

Gibt es Branchen, in denen Ältere besonders nachgefragt werden?

Eine spezielle Chancenbranche im eigentlichen Sinn sehe ich nicht. Die Beschäftigungsquote genauso wie die Vermittlungen unseres Beschäftigungspakts folgen der allgemeinen regionalen Beschäftigungsentwicklung. Der Bereich „Gesundheit und Pflege“ scheint diesbezüglich ein Motor zu werden. Der Trend ist branchenübergreifend und betrifft Arbeitsplätze, die sowohl niedrige als auch höhere berufliche Qualifikationen erfordern. Dies beinhaltet auch Ingenieure 50plus, deren Anteil ebenso steigt wie der von Schlossern, Technikern oder Lagerarbeitern. Im Bereich des Einzelhandels schätzt man den Verkaufsdialog unter Gleichaltrigen, weil diese eine ähnliche persönliche Sicht auf Lebenssituation und Produkte haben. Gleiches gilt für den Vertrieb – Seriosität und Erfahrung sind Pluspunkte im Verkaufsgespräch.

Älteres Personal hat vermehrt gesundheitliche Probleme, heißt es immer wieder. Ist dies auch Ihr Befund?

Auch hier gilt es, genauer hinzusehen: Tatsächlich melden sich Ältere nicht häufiger krank als Jüngere. Allerdings sind Gesundheit und besonders altersgerechte Arbeitsplätze sowie betriebliche Gesundheitsförderung wichtige Themen, die auch in unserer Arbeit im Beschäftigungspakt eine immer größere Bedeutung bekommen. NH

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