Natur erwandern und Kunst erleben

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Always OK von Meinrad Ladleif aus Kassel: „Die Designerbank bietet Platz für zwei sich gegenüber Liegende, die hier gemeinsam nach Erkenntnis der Natur und des Selbst streben können. Ruhend unter dem Firmament. Einsam in weiter Ebene stehend“, sagt der Künstler über sein Werk.

Es ist zwei Künstlern zu verdanken, dass Nordhessen etwas Einzigartiges zu bieten hat – Sandrino Sandinista Sander und Karin Lina Adam haben den Ars Natura geschaffen.

Einen Wanderweg, auf dem Wanderer neben der wunderschönen Natur Kunstwerke regionaler, nationaler und sogar internationaler Künstler bestaunen können. Dieses Wandernetz, das Wandern, Kunst und Natur verbindet, ist in Europa einzigartig.

Der Ars Natura verläuft entlang der Fernwanderwege X8, der als Barbarossaweg den Kyffhäuser in Thüringen mit dem hessischen Korbach verbindet, und dem X3, auch als Wildbahn bekannten Fernwanderweg, der von Höxter nach Bad Brückenau führt. Auf 240 Kilometern Wegstrecke finden sich derzeit 300 Kunstwerke, die sich wie selbstverständlich in den Galerieraum Natur einfügen. „Die Kunstwerke bilden eine Einheit mit ihrem neuen Standort – sie fallen auf, schaffen etwas Neues, aber fügen sich gleichzeitig ein und stören nicht das Landschaftsbild“, erklärt Sandrino Sandista Sander. Durch die Verwendung natürlicher Materialien wie Stein und Holz ist eine stetige Pflege der Kunstwerke vonnöten. Auch deshalb haben die Initiatoren und Unterstützer des Ars Natura im Jahr 2005 die Ars Natura-Stiftung in Spangenberg gegründet – dem Zentrum des kunstvollen Wanderweges. In Spangenberg treffen die beiden Fernwanderwege X8 und X3 aufeinander. Symbolisch für die Kreuzung thront auf dem Ars Natura-Platz auf dem Schlossberg ein großes hölzernes X – das „X-Terminal“ von Sandrino Sandinista Sander.

Ein außergewöhnliches Erlebnis

Die Ars Natura-Stiftung kümmert sich nicht nur um die Instandhaltung der Kunstwerke, sie generiert auch neue Ideen und formuliert klare Ziele. So steht zum Beispiel die professionelle Vermarktung des Ars Natura ganz oben auf der Agenda. „Wir kennen die Gegend und unser Streckennetz. Was liegt da näher, als zusammen mit Touristikern, Hotels und der Gastronomie Angebote zu entwickeln, die Besucher nach Nordhessen locken“, sagt Sander. Sich beim Wandern zu erholen und gleichzeitig Kunst zu erleben ist ein außergewöhnliches Erlebnis, dass in dieser Form nur auf dem Ars Natura möglich ist.

Diese Ausgangsposition ist es, in der die Stiftung großes Potenzial für die Region sieht. „Wir wollen Reisepakete schnüren, die Wanderer nicht nur ins Zentrum nach Spangenberg holen, sondern die Touristen zum Erkunden ganz Nordhessens einladen“, sagt Sander. So sollen Tagestouren aber auch mehrtägige Wanderrouten mit Übernachtung und Gepäcktransport angeboten werden. Zudem sollen zu den bereits bestehenden Rundwanderwegen wie in Bad Zwesten und Gudensberg noch weitere hinzu kommen. Eine umfassende Beschilderung ist ebenfalls geplant.

Als eines der größten Projekte gilt der Bau einer Kunststation in Spangenberg. Dort sollen die Entwürfe der Kunstwerke – die am Rande der 20 Teilstrecken des Ars Natura stehen – präsentiert werden. Außerdem sollen Ausstellungs- und Seminarräume sowie Räume für die Verwaltung des Ars Natura, ein Café und Gästezimmer für Wanderer und Künstler darin Platz finden.

Der Entwurf für die Kunststation war Teil der Diplomarbeit des Kasseler Architekten Igor Vraná und wurde im Jahr 2010 als eine der besten Arbeiten ausgezeichnet. Vrána hat sich bei seinem Entwurf von der Landschaft entlang des Ars Natura inspirieren lassen. Vor allem Lichteinflüsse, Farben und Texturen aus der Natur finden sich in der geplanten Bauweise der Kunststation wieder.

Ein weiteres Ziel der Ars Natura-Stiftung ist der Ausbau des gesamten Streckennetzes. Auf etwa 800 Kilometern, die durch fünf Bundesländer, nämlich Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen führen, sollen Wanderer sich dann an den vielen verschiedenen Kunstwerken erfreuen dürfen. Die neuen Standorte legt die Stiftung fest und auch um die Akquise der neuen Kunstwerke kümmert sie sich: Bei öffentlichen Ausschreibungen bewerben sich zahlreiche Künstler aus der ganzen Welt. „Auf dem Ars Natura befinden sich Werke von Künstlern aus Kanada, Äthiopien, Polen, Kroatien, Italien und dem Iran. Aber natürlich nutzen auch viele regionale und nationale Künstler die Möglichkeit, ihr Werk im Galerieraum Natur auszustellen“, sagt Sander. (ebi)

www.ars-natura-stiftung.de

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