Perspektive 50plus: Altes Eisen gibt es nicht – alte Hasen schon

Perspektive 50plus - Beschäftigungspakt Nordhessen ist das regionale Großprojekt des Bundesprogramms „Perspektive 50plus - Beschäftigungspakte in den Regionen“

Die Jobcenter von Stadt und Landkreis Kassel und der Kreise Werra-Meißner, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg arbeiten mit vielen Akteuren in der Region zusammen, um älteren Langzeiterwerbslosen wieder eine faire Chance auf dem Arbeitsmarkt zu bieten. Und das funktioniert.

Allein durch die speziell ausgerichteten Regionalprojekte konnten im Jahr 2011 etwa 1300 Mitarbeiter 50plus für die regionale Wirtschaft zurück – gewonnen werden. Dieses Ergebnis entspricht zum einen der Projektstrategie, die den Bedürfnissen der nordhessischen Unternehmen ebenso Rechnung trägt wie den Auswirkungen des demografischen Wandels in der Arbeitswelt. Zum anderen weist das Ergebnis nachdrücklich auf die Qualitäten erfahrener Mitarbeiter hin. Das sieht auch Martina Junghans, Geschäftsführerin der G. Junghans Kunststoffwarenfabrik: „Ich schätze die Beständigkeit und Loyalität älterer Mitarbeiter – sie wissen die Möglichkeit der Beschäftigung zu würdigen und auf sie ist kontinuierlich Verlass.“

Der nordhessische Beschäftigungspakt qualifiziert Arbeitssuchende 50plus möglichst passgenau für regionale Unternehmen und geht dabei auch ungewöhnliche Wege. So wurde mit dem arbeitssprachlichen Lernprogramm SBI ein erfolgreiches Integrationsmodell für Bewerber mit Migrationshintergrund realisiert, das mit eigens entwickelten betrieblichen Sprachprofilen arbeitet. Hilfestellung bei der Personalauswahl leistet der Pakt fast überall: Mit dem fahrbaren Servicebüro, genannt Job-Mobil, werden auch entlegene Dörfer im kurhessischen Bergland erreicht. Nützliche Informationen für Unternehmen zu Förder- und Qualifizierungsmöglichkeiten sind dabei inklusive.

Durch die enge Zusammenarbeit der Jobcenter kann auf einen erweiterten Bewerber-Pool zugegriffen werden. Waltraud Rebbe-Meyer, Heim- und Pflegedienstleitung im Pflegehotel Willingen, fasst zusammen: „Die Zusammenarbeit mit dem Beschäftigungspakt spart Zeit bei der Personalsuche und -auswahl bei gleichzeitiger Hilfestellung für Qualifizierung und Einarbeitung.“

Der demografische Wandel setzt vor allem in ländlich strukturierten Räumen ein und führt zu infrastrukturellen Problemen. Mit neuen Projekten begegnet der Beschäftigungspakt diesem Trend: So wurde in Söhrewald ein neuer Dorfservice ins Leben gerufen, der zur Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum unter anderem einen Liefer- und Fahrservice anbietet. In Kooperation mit DeENET entstand der Energieatlas Nordhessen, der Bürgern und Unternehmen der Region die Suche nach energetisch vernünftigen Lösungen erheblich vereinfacht. Auch die Einführung der hochwertigen Qualifizierung zum Gebäude-Energieberater passt in diesen Kontext. Nicht zuletzt wird mit der engen Kooperation der Landkreise und der Stadt Kassel beispielhaft regionale Zusammenarbeit praktiziert.

Projekt in Berlin ausgestellt

Der Pakt vertritt die Region im bundesweiten Programm mit großem Erfolg: Nordhessen ist mit seinen absoluten Integrationszahlen bundesweit in der Spitzengruppe positioniert. Aber auch mit unorthodoxer Öffentlichkeitsarbeit wie dem viel gelobten Kunstprojekt 50plus hatte der Pakt Erfolg. Das Projekt fand seinen Weg bis ins Berliner Bundesministerium für Arbeit und Soziales und wurde dort ausgestellt. Mit dieser Vielfalt an Ideen und tatkräftiger Umsetzung ist der nordhessische Beschäftigungspakt – wegen seiner mehrdimensionalen Ausrichtung – auch in schwierigeren Zeiten als Ansprechpartner für regionale Unternehmen gut aufgestellt. (nh)

Visitenkarte

Leistungsüberblick

Der nordhessische Beschäftigungspakt vermittelt erfahrene Arbeitnehmer 50plus in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Die Teilnehmer werden ausschließlich über die nordhessischen Jobcenter den Teilprojekten des Paktes zugewiesen. Hierbei fördert und qualifiziert der Pakt die Teilnehmer möglichst individuell und passgenau. Ebenso informiert er über demografische Aspekte der Region und agiert mit aktiver Öffentlichkeitsarbeit gegenüber Vorurteilen zu älteren Akteuren am Arbeitsmarkt.

Chronologie

Ende 2005 wurde der Pakt im Rahmen eines Bundeswettbewerbs von den damaligen Arbeitsförderungen der Stadt und des Landkreises Kassel gegründet. 2008 schloss sich die Arbeitsförderung des Werra-Meißner-Kreises an, bevor ein Jahr später die Landkreise Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg mit ihren Jobcentern hinzukamen. Der Pakt ist Bestandteil des Bundesprogramms Perspektive 50plus, an dem mittlerweile fast alle Städte und Kreise in Deutschland teilnehmen. Das Programm läuft noch bis zum 31. Dezember 2012.

Kontakt

Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH Gesamtprojektleitung Carsten Höhre
Kurfürstenstraße 9
34117 Kassel
Telefon: 05 61 / 4 50 66 84 www.50plus-nordhessen.de

Rubriklistenbild: © privat/nh

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.