Paracelsus-Elena-Klinik

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Spezialisten: Dr. Brit Mollenhauer (links) und Dr. Monica Canelo.

Die Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel ist ein neurologisches Akutkrankenhaus und ein regionales sowie überregionales Zentrum für Parkinson-Syndrome und Bewegungsstörungen wie Restless Legs. Sie hat sich zu einem der führenden Spezialkrankenhäuser entwickelt. Die jahrzehntelange Erfahrung wissen Patienten weltweit zu schätzen. Im Jahr 2012 feiert sie ihr 75-jähriges Bestehen.

In den nächsten 30 Jahren wird sich die Anzahl der Parkinson-Patienten in Deutschland auf rund eine halbe Million verdoppeln. „Ab dem 70. Lebensjahr ist jeder 200. betroffen, ab dem 80. Lebensjahr mehr als jeder 200.“, sagt Prof. Dr. Claudia Trenkwalder, die seit 2003 die Paracelsus-Elena- Klinik leitet.

Anerkannte Forschungsarbeit

Ihren international guten Ruf hat die Klinik ihrer intensiven Mitarbeit an Studien sowie in Forschung und Entwicklung mit zu verdanken. Bereits in den 60er-Jahren war sie das erste Studienzentrum, um L-Dopa, das erste wirksame Parkinson-Medikament, zu testen. Die Paracelsus-Elena-Klinik nimmt seitdem kontinuierlich an Studien teil, bei denen neue Medikamente unter strengen Bedingungen an Patienten untersucht werden. Dabei, wie auch in der klinischen Versorgung, wird mit namhaften Kliniken und Instituten zusammengearbeitet, unter anderem dem Kompetenzzentrum Parkinson (KNP) in Marburg, das vom Bundesministerium für Forschung und Bildung gefördert wird. „Als Regionalzentrum können wir die neuesten Forschungsergebnisse in unserer Therapie umsetzen“, erläutert Prof. Trenkwalder. Auch die American Parkinson Disease Association und die Michael J. Fox Foundation kooperieren mit der Klinik. Weiterhin wird ein neues Testverfahren zur Frühdiagnose etabliert. Dabei wird ein bestimmtes Protein im Gehirn, das alpha-Synuclein, welches für die Erkrankung mitverantwortlich ist, gemessen. Die Paracelsus-Elena-Klinik nimmt seit dem vergangenen Jahr auch an der großen PPMI-Studie der Michael J. Fox Foundation teil, die durch eine Langzeitbegleitung der Patienten Folgeerscheinungen der Erkrankung aufzeichnet, um besser intervenieren zu können.

Die Erkrankung früh zu erkennen, die Symptome und die Lebensqualität zu verbessern sind die Ziele von Diagnose und Therapie. Dafür werden hochmoderne Verfahren eingesetzt. Eines ist die Hirnparenchymsonographie. Dabei werden per Ultraschall im Gehirn Kerngebiete dargestellt, die bei der Parkinson-Erkrankung eine entscheidende Rolle spielen. So kann man in frühen Stadien die Erkrankung identifizieren und die einzelnen Parkinson-Syndrome unterscheiden.

Neben der medikamentösen Therapie werden auch Verfahren wie die Tiefenhirnstimulation mittels ins Gehirn eingesetzter Elektroden angewendet. Sie werden mit einem programmierten Hirnschrittmacher verbunden. Die Therapie umfasst auch Psycho-, Physio-, Ergotherapie und Logopädie. Die Klinik arbeitet mit einer von deutschlandweit 30 international anerkannten Logopädinnen, die für ein spezielles Therapieverfahren (LSVT) für Parkinson-Patienten zertifiziert sind. (hko)

Visitenkarte

• Leistungsüberblick

Behandlung von neurologischen Erkrankungen, insbesondere Parkinson und Restless Legs Syndrom.
Diagnostik:Pharmakologische Testung, Kernspintomographie, Magnetresonanztomographie, L-Dopa-Test, Riechtest, Hirnparenchymsonographie, Elektroenzephalographie (EEG), Elektromyographie (EMG), Echokardiographie (EKG), Polysomnographie, Dopplerund Duplex-Sonographie, SPECT-Untersuchungen wie DaTSCAN, Schlaflabor. Therapie:Medikamentöse Einstellung, Apomorphin, Tiefenhirnstimulation, Psychologische Begleitung, Logopädie, Ergotherapie, Atem- und Entspannungstherapie, Physiotherapie, Massagen, Musiktherapie.
Forschung: Klinische Studien und wissenschaftliche Projekte in Kooperation unter anderem mit der Nuklearmedizin und Radiologie des Klinikums Kassel, der Neurologie und Neurochirurgie der Universität Marburg, der Klinischen Neurophysiologie und Neurologie der Universität Göttingen, dem Kompetenzzentrum Parkinson (KNP), German Parkinson Group und der Michael J. Fox Foundation. Die Klinik ist eines von vier Zentren der Foundation in Deutschland.

• Chronologie

Die Paracelsus-Elena-Klinik wurde am 1. August 1937 durch Dr. Walther Völler unter dem Namen Königin Elena-Klinik gegründet. Damals war sie das einzige Zentrum für Parkinson-Syndrome und Bewegungsstörungen in Deutschland und auch die ersten neurologische Klinik. Völler nahm sich eine Einrichtung in Rom zum Vorbild und gewann Königin Elena als Schirmherrin. 1965 über nahm sein Sohn Dr. Gerd Völler die Leitung. Neben der Klinikerweiterung betrieb er intensive Forschung und Weiterentwicklung der Behandlung von Parkinson-Patienten, so dass die Klinik ihren Ruf als Spezialklinik ausbauen konnte. Seit 1980 gehört die Klinik zu den Paracelsus-Kliniken Deutschland.

• Kontakt

Paracelsus-Elena-Klinik Klinikstraße 16
34128 Kassel
Telefon: 05 61 / 6 00 90 www.paracelsus-kliniken.de/kassel

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