Helaba-Studie zu den größten Unternehmen und ihren Herausforderungen

Helaba-Studie: Das sind Nordhessens Platzhirsche

Kassel. „Viele verbinden mit der Region eher grüne Landschaften als eine blühende Industrielandschaft“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch bei der Vorstellung der Helaba-Studie „Die größten Unternehmen in Nord- und Mittelhessen“. Das Ministerium hat die Studie der Landesbank mitgefördert.

Insgesamt arbeiten 125 000 Menschen in 78 Unternehmen in Nord- und Mittelhessen. 40 davon sitzen in Nordhessen und kamen bislang besser durch die Krise als andere.

?Warum schnitten Nordhessens Unternehmen bislang besser ab?

!Die Industrie gab der Konjunktur den Schwung. In Nordhessen hat sie einen Anteil von 25 Prozent. Der Schwerpunkt liegt im Bereich Automobilindustrie und deren Zulieferbranchen wie Gummi- und Kunststoffwaren. Durch die Abwrackprämie wurden die Kfz-Produzenten unterstützt. Diese Autokonjunktur läuft 2010 aus. Die drohende Nachfragelücke kann zum Teil über Absatz in den USA und Asien ausgeglichen werden. Wie stark deutsche Autobauer davon profitieren ist offen. Positiv wertet die Studie die Aussichten von Unternehmen für Metallerzeugnisse und Maschinen. Da die Branchen stark in Nordhessen vertreten seien, wird die Region vom Aufschwung profitieren.

?Wer sind Nordhessens Platzhirsche unter den ersten zehn?

!Autobauer Volkswagen (Baunatal), Medizintechniker B. Braun Melsungen, Autozulieferer Continental (Korbach), Salz- und Düngemittelhersteller K+S (Kassel), Solartechniker SMA (Niestetal), Heiztechniker Viessmann (Allendorf) und das Daimler Achsenwerk (Kassel).

?Wie aussagekräftig ist die Reihenfolge der Rangliste?

!In der Tendenz stimmt sie. Aber die Beschäftigtenzahlen einzelner Unternehmen stammen aus dem Jahr 2008. Unklar bleibt auch, ob einzelne Unternehmen Vollzeitstellen oder Köpfe ausgewiesen haben. Bei manchen Unternehmen dürften Leiharbeiter mitgezählt worden sein.

? Gemessen an der Krise fiel die Quote der Arbeitslosen bislang gering aus. Warum?

!In Nordhessen lag die Quote im Februar bei 7,7 Prozent, Gesamt-Hessen lag bei sieben Prozent. Steigende Insolvenzen, die fast zwangsläufig nach Krisen kommen, können die Quoten ansteigen lassen, auch wenn sich abzeichnet, dass die Erholung einsetzt, so Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba.

?Was bedeutet dieser Trend für die Zukunft?

!Dass die Arbeitslosenzahl nicht nach oben schnellte, zeigt dass zum einen die Unternehmen robust sind, zum anderen, dass Fachkräfte in Krisenzeiten gehalten werden. Spätestens 2020 werden die demographischen Engpässe auf den regionalen Arbeitsmärkten hervortreten, sagt Anja Gauler von der Hessen Agentur und Mitautorin der Studie. Selbst eine rückläufige Nachfrage am Arbeitsmarkt, lasse sich nicht mit dem schrumpfenden Angebot an Arbeitskräften in Einklang bringen.

?Wie sieht es mit den Wanderbewegungen aus?

!Der Regierungsbezirk Kassel hat in den Jahren 2000 bis 2008 rund 12 000 Einwohner im Alter zwischen 18 und 45 Jahren verloren. Somit sei es auch Aufgabe der Politik, daran mitzuarbeiten, dass die Wegzüge gestoppt werden.

?Braucht Nordhessen Fachkräfte?

!Ja. Zuletzt konnten nordhessische Unternehmen höhere Produktivitätsfortschritte erzielen als anderswo. Um den Trend beizubehalten, muss rechtzeitig gegen diesen Fachkräftemangel angesteuert werden, so Gauler.

Hintergrund: Die Unternehmen

Eingegangen sind in die Rangliste Unternehmen mit über 500 Beschäftigten. Die regionalen Platzhirsche mit der aktuellen Beschäftigtenzahl und dem Platz, den sie in der Studie belegen würden:

1. Volkswagen 12900

3. B.Braun Melsungen 5700

4. Continental 4100

5. K+S 4400

7. Viessmann Gruppe 4250

8. SMA 4000

9. Daimler 3000

Die komplette Studie finden Sie im Internet.

Von Martina Wewetzer

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