Schiffskrise hat NordLB weiter im Griff

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Bei der Reduzierung ihres eigenen Schiffsportfolios vermeldet die NordLB erste Erfolge. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Die globale Schifffahrtskrise dauert an. Das merkt auch die NordLB. Als einer der größten Schiffsfinanzierer Europas schreibt sie im ersten Halbjahr Verluste - nicht unerwartet. Das Geldinstitut steht angeblich vor der Übernahme der schwächelnden Bremer Landesbank.

Hannover (dpa) - Die globale Schiffskrise prägt weiter die Bilanz von Norddeutschlands größter Landesbank NordLB. Die ersten sechs Monate schloss der Konzern wegen maroder Schiffskredite und einem neuen Risikopuffer mit einem Verlust von 406 Millionen Euro nach Steuern ab, wie das Geldhaus mitteilt.

Im ersten Halbjahr 2015 stand noch ein Gewinn von 290 Millionen Euro in den Büchern. Deutschlands drittgrößte Landesbank, die fürs Gesamtjahr ebenfalls einen deutlichen Verlust erwartet, gilt als einer der bedeutendsten Schiffsfinanzierer Europas.

In ihren Halbjahreszahlen sind wie in den Vorjahren auch die Ergebnisse aller Konzerntöchter enthalten - einschließlich der in Schieflage geratenen Bremer Landesbank (BLB). Die NordLB ist mit rund 55 Prozent Mehrheitsgesellschafter bei der BLB, die am 1. September ihre eigenen Bilanzzahlen vorlegen will. Die Halbjahresbilanz der NordLB dürfte somit auch durch die Schieflage der BLB geprägt sein, die Medienberichten zufolge vor der vollständigen Übernahme durch die Niedersachsen steht. Die Bremer Landesbank hat bereits angekündigt, ihr Portfolio für Schiffsfinanzierungen nun bis 2020 um 2,5 Milliarden auf vier Milliarden Euro reduzieren zu wollen.

Bei der Reduzierung ihres eigenen Schiffsportfolios vermeldet die NordLB erste Erfolge - seit Jahresbeginn von 19 Milliarden auf 17,9 Milliarden Euro. Die Bank hat eine interne Einheit geschaffen, die die weltweite Vermarktung und den Verkauf von Schiffen und Schiffsfinanzierungen begonnen hat.

Am Montag war bekanntgeworden, dass die NordLB Finanzierungen für 100 Schiffe im Wert von 1,3 Milliarden Euro abstößt. Weitere ähnliche Transaktionen seien geplant. "Die sich im ersten Halbjahr nochmals verschärfende Schiffskrise hat höher als geplante Wertberichtigungen notwendig gemacht", sagte Vorstandschef Gunter Dunkel.

Auch wenn das Ergebnis zunächst belastet würde, so der NordLB-Chef, rüste sich die Bank mit der Bereinigung ihrer Schiffsfinanzierungen für die Zukunft. Dunkel: "Dank der guten Geschäftsentwicklung außerhalb der Schiffsfinanzierung sowie der konsequenten Kapitalstärkung in den vergangenen Jahren können wir dieses Negativergebnis vollständig aus eigener Kraft verarbeiten."

Die NordLB ist in insgesamt drei Bundesländern aktiv und übernimmt dort für die Sparkassen die Aufgaben einer Zentralbank. Sie gehört zu 59,1 Prozent dem Land Niedersachsen und zu 26,3 Prozent dem dortigen Sparkassenverband. Weitere Eigentümer sind das Land Sachsen-Anhalt (5,6 Prozent), der dortige Sparkassenbeteiligungsverband (5,3) sowie der Sparkassenbeteiligungszweckverband Mecklenburg-Vorpommern (3,7).

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