Sie sind in Europa verboten

ARD mit Enthüllung über Nutella: Gefährliche Pestizide beim Anbau der Haselnüsse

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Haselnüsse für Nutella werden mit Pestiziden besprüht.

Für den Anbau von Haselnüssen setzen Landwirte in Chile offenbar Pestizide ein, die in der EU verboten sind. Wie gefährlich ist das für uns?

Santiago de Chile - Seit einigen Jahren gehört Chile zu den weltweit größten Anbaugebieten von Haselnüssen. Die ARD-Sendung Weltspiegel beschäftigte sich mit dem Thema „Haselnüsse und Pestizide“. Einer der Hauptabnehmer der chilenischen Nüsse ist die Firma Ferrero, die bekannte Produkte wie Nutella, Hanuta und Duplo herstellt. In ihrerer Sendung sprachen die Reporter mit Bauern und Insidern in Chile. 

Pestizide auf Hasesnüssen für Nutella

Diese berichten Erschreckendes: "Wir besprühen den Boden mit Glyphosat und anderen Unkrautvernichtungsmitteln, die verschiedene Namen tragen", erklärt der Haselnuss-Bauer David Valenzuela. Viele der Mittel sind auch in Europa erlaubt. Jedoch fand die ARD bei ihren Recherchen Hinweise auf das Agrargift Paraquat, das in Europa verboten ist. Das Gift kann laut der ARD Krebs und Fortpflanzungsprobleme auslösen. "Die Arbeiter der Haselnussplantagen sagten, dass sie Paraquat benutzen. Es sei verträglicher als Glyphosat. Dabei ist es in Europa seit fast zehn Jahren verboten“, erzählt ein Insider.

Nutella wurde untersucht: Keine Rückstände im Brotaufstrich

Rechtlich ist der Einsatz in Chile erlaubt. Produkte, die nach Europa importiert werden, dürfen laut der EU aber keine Rückstände des Mittels aufweisen. Auf Anfrage der ARD teilte Ferrero mit: „Unsere eigenen chilenischen Plantagen verwenden seit Jahren kein Paraquat. Alle Haselnüsse werden (...) auf mögliche Kontaminanten wie Paraquat (...) analysiert. Bisher wurden keine Rückstände gefunden."

Auch Öko-Test hat Nutella im März 2018 auf Paraquat analysiert und konnte keine Rückstände nachweisen. Früher wurden aber schon andere Schadstoffe in Nuss-Nougat-Cremes wie Nutella und Co. gefunden, berichtete tz.de*.

Nutella nicht belastet - aber Kinder nehmen Pestizide auf

Auch wenn in den Nüssen, die nach Europa kommen, das Gift nicht gefunden wird, der Bevölkerung vor Ort könnte der Einsatz der Pestizide schaden. Viele Schulen stehen direkt neben den Feldern. Seit Jahren schlagen Schulleiter Alarm. "Wir haben viele Kinder mit großen Lernschwächen," klagt Cesar Domarchi, Schuldirektor in San Clemente. "Wir gehen davon aus, dass dies mit den Pestiziden zusammenhängt." Wissenschaftler haben auch schon Schadstoffe im Urin der Kinder gefunden. 

"Uns hat überrascht, dass wir das hochgiftige Parathion nachgewiesen haben, welches wir eigentlich gar nicht hätten finden dürfen. Denn dieses Agrargift ist in Chile verboten und darf nicht eingesetzt werden,“ erzählt Maria Muñoz Quezada im ARD-Beitrag, der seit Jahren die Folgen von Agrargiften untersucht. Auch die Arbeiter auf den Feldern sollen betroffen sein.

Wütende Hanuta-Fans: Änderung von Ferrero entsetzt Kunden

Ferrero wollte die Hanuta modernisieren und sich damit (mal wieder) massiven Ärger der Fans eingehandelt, meldet tz.de*.

md

*tz.de ist teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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