Nutznießer der Madoff-Betrügereien pochen auf ihr Geld

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Wall-Street-Betrüger Bernard Madoff (rechts): Der 71-Jährige hatte mit einem Schneeball-System weltweit tausende Anleger um Milliardensummen gebracht.

New York - Nicht alle Anleger haben ihr Geld beim Schneeballsystem von Wall-Street-Betrüger Bernard Madoff verloren: Diejenigen, die mit einem Gewinn aus dem größten Investmentschwindel aller Zeiten rausgegangen sind, bestehen auf ihr “verdientes“ Geld.

Eine Gruppe von Investoren will nun vor Gericht erzwingen, dass sie den Überschuss behalten darf.

Ein Richter hatte im März dem Madoff-Treuhänder Irving Picard Rückendeckung gegeben. Er spricht den Nutznießern ihre Gewinne ab, um mit dem Geld die anderen Anleger für deren Verluste zu entschädigen. Die Anwälte der Investorengruppe gingen am späten Montag mit einer Eingabe vor dem Berufungsgericht in Manhattan gegen die Entscheidung vor.

Anwältin Helen Chaitman schrieb, die Kläger lebten in ständiger Angst, dass ihnen Picard ihr Geld wegnehme. Sie seien oft 70, 80 oder 90 Jahre alt und bräuchten das Geld für ihre medizinische Versorgung. Treuhänder Picard solle den Schlüssel, nach dem die Anleger entschädigt werden, noch einmal überarbeiten.

Picard hatte den Nutznießern der Madoff-Betrügereien öffentlich damit gedroht, ihnen ans Leder zu wollen. Er kündigte ein Klagewelle an. Madoff war 2009 zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte tausende Anleger über Jahre mit einem mehr als 60 Milliarden Dollar schweren Schneeballsystem erleichtert.

Treuhänder Irving versucht, zumindest einen Teil des Geldes wieder aufzutreiben. Er hat bis jetzt 1,5 Milliarden Dollar eingesammelt. Weiteres Geld will er bei Madoffs Familie, ehemaligen Mitarbeitern und Geschäftspartnern, beteiligten Finanzinvestoren sowie wohlhabenden Privatinvestoren holen.

dpa

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