Gurría besorgt

OECD-Chef warnt vor Altersarmut

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Angel Gurría.

Berlin - Der Generalsekretär der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurría, warnt vor einer Zunahme der Altersarmut in Deutschland.

"Der wachsende Niedriglohnsektor macht uns Sorgen", sagte Gurría der Zeitung "Welt" vom Freitag. Ein erheblicher Teil der Arbeitnehmer drohe langfristig wirtschaftlich abgehängt zu werden. "Wir befürchten, dass Deutschland deshalb in den kommenden Jahren ein erhebliches Problem mit Altersarmut bekommen wird."

Weltweit nehme die soziale Ungleichheit seit Jahrzehnten zu, sagte Gurría. Diese Entwicklung werde unterschätzt. Die Ungleichheit nehme seit Anfang der 1980er-Jahre zu und habe bedrohliche Ausmaße angenommen. "Ganze Gesellschaften können dadurch aus der Balance geraten", warnte der OECD-Generalsekretär.

Auf dem Höhepunkt der Finanz- und Währungskrise vor einigen Jahren habe die OECD auf diese Entwicklung nicht reagieren können, inzwischen seien die Probleme noch drängender geworden. "Auf dem Höhepunkt der Krise konnten wir es uns nicht leisten, die wachsende Ungleichheit zu kritisieren", sagte Gurría. "Damals stand das Haus in Flammen, es gab also drängendere Probleme."

"Jetzt, da wir das Feuer ausgetreten oder zumindest unter Kontrolle gebracht haben, müssen wir uns um die Opfer kümmern", sagte der OECD-Generalsekretär. Das seien in der Regel die Ärmsten der Gesellschaft, in vielen Volkswirtschaften vor allem junge Männer mit schlechter Ausbildung.

AFP

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