Nachhaltigkeit spielt eine Rolle

Öko-Test: Das steckt hinter dem Verbrauchermagazin

Seit 1985 existiert das deutsche Verbrauchermagazin Öko-Test und stellt seitdem regelmäßig sämtliche Produkte auf die Probe. Doch wie kommen die Tests zustande und was macht sie besonders? 

  • Das Verbrauchermagazin Öko-Test aus Deutschland stellt Produkte ganz genau auf die Probe
  • Doch wie läuft ein solcher Test eigentlich ab?
  • Viele Hersteller reagieren auf die Ergebnisse von Öko-Test  und verbessern ihre Produkte

Kassel - Menschen achten heutzutage immer mehr auf die Umwelt. Deshalb informieren sich Verbraucher während des Einkaufs und auch außerhalb des Supermarkts über Lebensmittel und deren Herstellungsprozesse.

Magazin Öko-Test existiert in Deutschland bereits seit 1985

Denn wer ökologisch denkt, denkt meist auch an die eigene Gesundheit. Das aus Deutschland stammende Verbrauchermagazin Öko-Test ist da eine große Hilfe und erscheint sogar schon seit 1985 monatlich. Ein Öko-Test-Abo kostet 59 Euro im Jahr. Der Hauptsitz des Verbrauchermagazins befindet sich in Frankfurt.

Darüber hinaus unterhält Ökotest auch eine Website, auf der Testergebnisse teilweise kostenlos eingesehen werden können.

Öko-Test : So entstand das Verbrauchermagazin aus Deutschland

„Die Öko-Bewegung braucht jetzt eine Publikumszeitschrift“ stand auf dem ersten Plakat von Öko-Test, mit dem die Idee der Zeitschrift in die Öffentlichkeit getragen wurde.

Mit diesem Leitgedanken richtete sich das neugegründete Magazin aus Deutschland schon damals bewusst an Menschen, welche eine nachhaltige Lebensweise an den Tag legen und nicht nur darauf achten, wo ihre Lebensmittel und Konsumgüter herkommen, sondern auch was diese mit dem eigenen Körper und der Umwelt anrichten könnten.

Name

Öko-Test

Verkaufte Auflage

106.876 Exemplare

Verbreitete Auflage

107.606 Exemplare

Erscheinungsweise

Monatlich

Hauptsitz

Frankfurt am Main

Verlag

ÖKO-TEST AG

Reichweite

1,20 Mio. Leser

Deutschland: Ökologische Aspekte im Fokus von Öko-Test

Nach eigenen Angaben war der Anspruch von Öko-Test schon zu Gründungszeiten, Tests auf wissenschaftlicher Basis durchzuführen und Inhaltsstoffe von Lebensmitteln ebenso zu analysieren wie deren Produktionsbedingungen oder Probleme der Abfallentsorgung.

Zudem sollten diese mehr als schlicht vergleichende Warentests darstellen. Gesundheitliche und ökologische Aspekte waren besonders im Fokus, Unternehmen und Behörden in Deutschland sollten zur Beseitigung von Missständen gedrängt und Menschen zu einem Umdenken bewegt werden.

Öko-Test: Rund „100.000 Produkte und Dienstleistungen“ in Deutschland getestet

Egal ob Lebensmittel, Kosmetik, Babynahrung oder Waschmittel - Ökotest untersucht Produkte, die dem Endverbraucher im Alltag in Deutschland begegnen und von ihm benutzt werden.

Wie Öko-Test auf der eigenen Website erklärt, wurden in „mehr als 30 Jahren rund 100.000 Produkte und Dienstleistungen“ für den Verbraucher untersucht. Der Leser könne sich sicher sein, dass objektiv, neutral und sachkundig getestet und berichtet wird.

Auch Babynahrung wird häufig von Öko-Test unter die Lupe genommen.

Außerdem wird betont, dass keine Rücksicht auf Industrie, Staat oder Anzeigenkunden genommen wird und man lediglich den eigenen Leserinnen und Lesern gegenüber verpflichtet sei.

Deutschland: Wie funktioniert eine Untersuchung von Öko-Test?

Laut Öko-Test nutzt man Testeinkäufer, die die gefragten Produkte anonym im Handel erwerben. Das Unternehmen betreibt allerdings keine eigenen Labore, sondern arbeitet mit stattdessen mit einigen Prüfinstituten in ganz Deutschland zusammen.

Nach welchen Schadstoffen, Inhaltsstoffen oder Wirksamkeiten die Labore suchen, wird von Öko-Test bestimmt. Die Testkriterien werden dabei immer weiter verschärft, weswegen es häufig zu weiteren Untersuchungen kommt, falls denn etwas gefunden wurde.

Öko-Test: Nachhaltigkeit von Unternehmen aus Deutschland spielen eine Rolle

Selbst Produkte, die gesetzliche Vorgaben einhalten, können mit der Note „ungenügend“ bewertet werden. Öko-Test argumentiert in solchen Fällen, dass die gesetzlichen Grenzwerte zwar in die Bewertungen mit einfließen würden, wenn es aber Alternativen zu gesundheitlich bedenklichen Inhaltsstoffen gäbe, wären diese die bessere Wahl.

Darüber hinaus berücksichtigt Öko-Test nach eigenen Angaben in vielen Fällen mittlerweile die sogenannte Corporate Social Responsibility, also die Frage, wie nachhaltig ein Unternehmen arbeitet und produziert.

Das Verbrauchermagazin Öko-Test aus Deutschland stellt bereits seit 1985 viele Produkte auf die Probe.

Dadurch haben Verbraucher in Deutschland die Möglichkeit, Aspekte wie Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards bei ihren Kaufentscheidungen zu berücksichtigen.

Deutschland: Öko-Test konfrontiert Unternehmen mit Prüfergebnissen

Nachdem alle Mess- und Testergebnisse feststehen, werden die Hersteller von Öko-Test angeschrieben und mit dem Prüfungsergebnis konfrontiert. Dies gibt den Herstellern die Möglichkeit, sich zu äußern und gegebenenfalls ein Gegengutachten zu erstellen.

Manche Reaktionen der Hersteller werden dann sogar in dem Öko-Verbrauchermagazin aus Deutschland erwähnt, allerdings sonst nicht weiter beachtet, da laut Öko-Test lediglich die eigenen Tests für eine Bewertung von Bedeutung seien.

Öko-Test aus Deutschland: Viele Hersteller ändern Produkt

Nicht alle, aber zumindest einige Unternehmen scheinen sich die Prüfungen zu Herzen zu nehmen. Auf der Website von Öko-Test können sich Verbraucher darüber informieren, welche Hersteller ihre Produkte in der Zwischenzeit verändert haben und neu getestet wurden.

Wie lange bleibt das Öko-Test-Label in Deutschland gültig?

Da Verbraucher den Bewertungen von Öko-Test viel Vertrauen schenken, ist ein gutes bis sehr gutes Testergebnis für die Hersteller natürlich ein starkes Verkaufsargument. Daher dauert es meist nicht lange, bis das Öko-Test-Label samt Testergebnis auf der Produktverpackung prangt.

In Deutschland darf das Label so lange verwendet werden, bis das Produkt verändert wird.

Kritik am Verbrauchermagazin aus Deutschland: Betrugsverdacht bei Öko-Test

Mit falschen Auflagezahlen soll die Zeitschrift in der Vergangenheit seine Anzeigekunden getäuscht haben. Dabei ging es um Sonderausgaben von Öko-Test, die angeblich deutlich weniger verkauft wurden als behauptet. Dies berichtete die „Süddeutsche Zeitung“.

Zudem wurde das aus Deutschland stammende Magazin auch des Öfteren für die Test-Kriterien kritisiert, da diese für den Verbraucher nicht immer einfach zu durchschauen seien:

„Das heißt, der Verbraucher, wenn er einen solchen Bericht liest, muss das zum einen sehr aufmerksam tun. Und er muss, im Grunde genommen, im Hinterkopf haben, dass die Maßstäbe, die dort angelegt werden, häufig eigen gewählte Maßstäbe sind, die nicht immer etwas mit den gesetzlichen Vorgaben zu tun haben“, so Katharina Riehn von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

Von Nail Akkoyun

Rubriklistenbild: © ÖKO-TEST AG/obs

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