Ölpest kostet BP bisher 1,6 Milliarden Dollar

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Die Ölpest im Golf von Mexiko kostet den Energieriesen BP bisher 1,6 Milliarden Dollar.

London - Die Ölpest im Golf von Mexiko wird für den Energieriesen BP immer teurer. Mittlerweile hat die Katastrophe den britischen Konzern 1,6 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro) gekostet.

Zudem will die US-Regierung von Präsident Barack Obama Presseberichten zufolge, dass BP einen Treuhandfonds aufsetzt, aus dem dann Schadenersatzforderungen beglichen werden können. Der Fonds soll demnach nicht von BP sondern von einer unabhängigen Stelle verwaltet werden, schrieb die Zeitung “Financial Times“ am Montag.

Bei dem Konzern sind seit der Explosion der Bohrinsel vor zwei Monaten mehr als 51 000 Schadenersatzforderungen eingegangen. Rund 25 500 seien bereits beglichen worden, teilte BP am Montag mit. Das summiere sich auf 62 Millionen Dollar.

Am Montag wollte der BP-Vorstand nach dem massiven politischen Druck über eine Aussetzung der Dividende beraten. Es ist wahrscheinlich, dass der Konzern die vierteljährliche Zahlung für die Aktionäre aussetzt. Diese würde für das zweite Quartal rund 1,7 Milliarden Pfund (2 Mrd Euro) betragen. Eine Option ist, dass das Geld in den Treuhandfonds einfließt.

BP kann die Auszahlung von Dividenden auf unterschiedliche Arten regeln. Analysten gehen nicht davon aus, dass der Ölmulti gar nicht zahlt. So könnte BP die Ausschüttung verschieben oder die Anteileigner erhalten Zahlungen in Form von Aktien. Auch könnten die Gelder auf ein getrenntes Konto eingezahlt und ausgeschüttet werden, sobald BP alle durch die Ölkatastrophe entstandenen Ansprüche abgegolten hat. Eine schnelle Entscheidung ist jedoch nicht in Sicht - auf jeden Fall nicht, so die Erwartung, vor dem für Mittwoch geplanten Treffen der BP-Führung mit US-Präsident Barack Obama.

“Die Forderung der US-Regierung nach einem unabhängigen Fonds, der die Schadensersatzforderungen der von der Ölpest betroffenen Menschen handhaben soll, scheint ein Versuch zu sein, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass die Regierung etwas tut“, sagte der Wertpapierspezialist Jonathan Jackson von der Londoner Firma Killik & Co. “Wir erwarten, dass BP diesem politischen Kompromissvorschlag zustimmt.“ Ein Sprecher betonte, dass am Montag vermutlich noch keine Entscheidung zur Dividende verkündet wird. Zahlreiche Pensionsfonds haben in BP-Aktien investiert.

USA kämpfen gegen die Öl-Pest

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US-Präsident Barack Obama wird am Mittwoch mit dem BP-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Henric Svanberg und vermutlich auch mit BP-Chef Tony Hayward zusammentreffen.

Die BP-Aktie verlor am Montag zeitweise rund sechs Prozent. Obama hat dem Ölkonzern eine Frist für einen Plan zur Eindämmung des verheerenden Ölflusses gesetzt. Die Aktie hat seit Beginn der Ölkatastrophe vor zwei Monaten fast die Hälfte an Wert verloren.

Seit dem Untergang der Plattform “Deepwater Horizon“ strömt Öl aus dem Leck in 1500 Metern Tiefe. Alle Versuche, das schmierige Öl zu stoppen, schlugen bisher fehl. Der installierte Behälter an dem Leck habe bisher 127 000 Barrel Öl (rund 20 Millionen Liter) aufgefangen hat, teilte BP mit. Vor allem Bewohner der US-Küste sind von der Ölpest, die ein ganzes Ökosystem zerstört, betroffen.

Derweil gingen erstmals große Energiekonzerne auf Distanz zu BP. Die Marktführer Exxon, Shell, Chevron und ConocoPhillips werfen dem Unternehmen vor, die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sei “vermeidbar“ gewesen, schrieb die “Financial Times“. Entsprechend wollten sich Vorstände der BP-Konkurrenten diesen Dienstag in einer Anhörung im US-Parlament äußern. Der Zeitung zufolge wollen sie argumentieren, dass bei Befolgung “bester Branchenstandards“ solche Unfälle nicht passieren könnten. Die Konzerne wollen demnach bezwecken, dass die USA und andere Länder die Vorschriften für künftige Tiefsee-Bohrungen nicht verschärfen.

dpa

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