Offenbar Millionenbetrug mit Kaffeesteuer

+
Durch die illegalen Geschäfte mit der braunen Bohne könnten dem Fiskus mehrere Millionen Euro entgangen sein.

Hamburg - Unversteuerter Kaffee ist laut Medienberichten offenbar in großen Mengen als Sonderangebot in deutschen Supermärkten verkauft worden.

Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel am Wochenende berichtete, kamen Steuerprüfer in der Coop-Zentrale in Kiel dem illegalen Geschäft auf die Spur.

In der Kieler Coop-Zentrale hätten die Täter Kaffee zu Nettopreisen angeblich für den Export gekauft und dabei allein 2,19 Euro Kaffeesteuer pro Kilogramm gespart. Tatsächlich sei die Ware aber gar nicht oder nur vorübergehend ausgeführt und anschließend zu günstigen Preisen als angeblich versteuerter Kaffee an den Einzelhandel verkauft worden, schrieb das Magazin.

7 % MwSt? Was Essen im Restaurant dann kosten könnte

Bei den Koalitionsverhandlungen steht eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Speisen von 19 % auf 7 % im Raum. Wie viel man dann im Restaurant sparen könnte, (sofern die Wirte die Preise senken), sehen Sie in der folgenden „Speisekarte“. © dpa
lebensmittel preisänderung steuer
Bei einer Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie von 19 % auf 7 % würde ein Schweinebraten mit Knödel nicht mehr 6,50 Euro kosten sondern 5,84 Euro. © Schlaf
lebensmittel preisänderung steuer
Eine Käseplatte würde statt durchschnittlich 11 Euro nur 9,89 Euro kosten. © dpa
lebensmittel preisänderung steuer
Die Margherita würde dann noch 4,50 Euro kosten und damit um 50 Cent billiger werden. © dpa
Eine Pizza Salami kostet bei 19% MwSt. 6 Euro. Bei 7 % wären es 5,39 Euro. © dpa
lebensmittel preisänderung steuer
Jeder Bayer liebt sie, die Weißwurst: Ein Paar würde bei 7 % MwSt. statt 3,40 Euro noch 3,06 Euro kosten. © dpa
lebensmittel preisänderung steuer
Ein Schweineschnitzel mit Pommes und Salat kostet zur Zeit etwa 9,70 Euro. Bei einer Steuersenkung wären es 8,72 Euro. © Bodmer
lebensmittel preisänderung steuer
Für eine Lasagne müssten die Gäste statt 7,10 Euro dann 6,38 Euro zahlen. © dpa
lebensmittel preisänderung steuer
Eine Gemüsesuppe würde man für 3,60 Euro statt 4 Euro bekommen. © dpa
lebensmittel preisänderung steuer
Eine Schweinshaxe mit Kartoffelknödel würde statt 8,40 Euro 7,55 Euro kosten. © Bodmer
lebensmittel preisänderung steuer
Für eine gebackene Ente müsste man statt 11,50 nur noch 10,34 Euro bezahlen. © dpa
lebensmittel preisänderung steuer
Ein Tiramisu (hier Erdbeer-Tiramisu) könnte man für 3,42 Euro statt 3,80 Euro genießen. © dpa
lebensmittel preisänderung steuer
Ein Portion Calamaris würde dann statt 12,50 nur noch 11,24 Euro kosten. © dpa
lebensmittel preisänderung steuer
Eine Grillplatte (mit Souflaki, Gyros, Bifteki etc.) könnte man für 13,49 Euro genießen (statt 15 Euro). © Weissfuss
lebensmittel preisänderung steuer
Schweinswürstel mit Kraut könnten dann 4,14 Euro kosten statt 4,60 Euro. © Schlaf
lebensmittel preisänderung steuer
Eine Portion Jakobsmuscheln könnten 16,90 Euro kosten statt 18,80 Euro (1,90 Euro billiger als bei 19 % MwSt.) © dpa
lebensmittel preisänderung steuer
Wer sich Feta-Käse bestellt, müsste bei 7% MwSt nicht mehr 6 Euro zahlen, sondern 5,39 Euro. © dpa
lebensmittel preisänderung steuer
Für einen Zwiebelrostbraten, der bei 19% MwSt. 11,20 Euro kostet, müsste man bei 7 % noch 10,07 Euro bezahlen. © Haag
Spaghetti Bolognese würde man für 5,22 Euro statt 5,80 Euro bekommen. © Weissfuss

Allein in Norddeutschland soll eine Gruppe türkischstämmiger Täter den Fiskus auf diese Weise um rund zwölf Millionen Euro geprellt haben, wie der Spiegel weiter berichtete. Bundesweit befürchteten die Fahnder einen Steuerschaden von mehr als 100 Millionen Euro, hieß es.

Die Kaffeesteuer wird außer in Deutschland nur noch in Dänemark und Belgien erhoben und wird deshalb bei der Ausfuhr in ein anderes EU-Land erstattet. Weil es aber keine Grenzkontrollen innerhalb der EU gibt, kann der Kaffee leicht unbemerkt wieder eingeführt werden.

AP

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.