Ohne Schulabschluss nur geringe Chancen auf Ausbildung im Handwerk

Nachwuchs wird im Handwerk händeringend gesucht - trotzdem gilt der Grundsatz: Ohne Schulabschluss haben es Jugendliche bei der Ausbildungsplatzsuche schwer.  "Ein Hauptschulabschluss ist in der Regel die Mindestvoraussetzung", sagt Paul Ebsen, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit.

Außerdem müssten Jugendliche körperlich fit sein und die Ausbildung wirklich wollen. „Der Job muss einen interessieren, sonst ist der Abbruch vorprogrammiert“, sagt Ebsen. Handwerksberufe sind bei Jugendlichen häufig unbeliebt - viele schrecken etwa die Arbeitszeiten ab. „Köche müssen oft abends und am Wochenende arbeiten, Bäcker in der Nacht“, erläutert Ebsen. Dabei seien die Perspektiven für Jugendliche sehr gut, wenn sie ihre Lehre erfolgreich abschließen. Viele Betriebe suchen Nachfolger“, sagt Ebsen.

Nach einer erfolgreichen Lehre könnten Jugendliche einen Meister oder Techniker anschließen und dann selbst einen Betrieb übernehmen. Wer sich für eine Ausbildung im Handwerk interessiert, sollte am besten noch während der Schulzeit ein Praktikum in dem Bereich machen, der ihn interessiert. „Dann können Jugendliche sehen, ob der Beruf wirklich zu ihnen passt“, rät Ebsen. Außerdem erfahren sie so hautnah, wie körperlich anspruchsvoll die Ausbildung ist - und ob sie mit der Belastung zurechtkommen. Wichtig sei auch, einen Betrieb zu finden, der gut ausbildet. Bevor Jugendliche in einer Firma anfangen, könnten sie zum Beispiel ehemalige Auszubildende über ihre Lehrstelle befragen. Häufen sich in einem Betrieb die Ausbildungsabbrüche, wüssten das meist auch die Berufsberater der Arbeitsagenturen oder die Berater der Handwerkskammern. Bevor Jugendliche eine Lehre starten, könnten sie sich dort über die Firma erkundigen. (dpa)

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