Fragen und Antworten

Online-Bezahldienst Paypal geht ab 2015 an die Börse

Brandenburg. Ab dem nächsten Jahr will der Online-Bezahldienst Paypal mit deutschem Sitz in Brandenburg als unabhängiges, börsennotiertes Unternehmen agieren. Wir erklären die wichtigsten Fakten zu Paypal.

Was macht das Unternehmen Paypal eigentlich?

Paypal ist englisch und heißt „Bezahlfreund“ – ein Kunstwort, angelehnt an das englische „Penpal“, was „Brieffreund“ bedeutet. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft des Internet-Auktionshauses eBay und wird ab 2015 selbstständig. Wer dort ein Konto eröffnet, kann damit bei verschiedenen Anbietern einkaufen. Nach eigenen Angaben hat Paypal 230 Millionen Kundenkonten in 193 Ländern, über 15 Millionen davon in Deutschland.

Welchen Vorteil habe ich, wenn ich mich als Käufer bei Paypal anmelde?

Man muss nicht jedem einzelnen Internethändler seine Kontodaten mitteilen, sondern kann mit einem Konto bei Versandhäusern wie Zalando, eBay, Weltbild, Conrad und Tchibo einkaufen. Zudem ist das System sehr schnell und funktioniert weltweit. Kauft man beispielsweise in Deutschland bei einem amerikanischen Anbieter ein, wird der Betrag automatisch in Dollar umgerechnet.

Ist Paypal eine Bank oder nur ein Bezahlsystem?

Seit 2007 hat Paypal den rechtlichen Status einer Bank, nachdem die luxemburgische Bankbehörde eine entsprechende Lizenz verliehen hat. Seitdem reguliert die Finanzaufsicht in Luxemburg das Unternehmen. Ein Guthaben auf einem Paypal-Konto ist jedoch nicht wie bei anderen Banken durch das Einlagensicherungssystem geschützt. Dieses System erstattet einen beschränkten Betrag an Kunden, wenn deren Bank zusammenbricht.

Wie sicher ist ein Konto bei Paypal?

Das Unternehmen wirbt mit einem besonderen Käuferschutz, der eine Rückerstattung des Geldes im Betrugsfall möglich machen soll. So haben Käufer nach der neusten Änderung der Geschäftsbedingungen ab 29. Januar kommenden Jahres 180 Tage Zeit, Mängel am gekauften Produkt zu melden und ihr Geld zurückzuziehen.

Wie beurteilen die Händler diesen Käuferschutz?

Einige sehen ihn kritisch. Umstritten ist etwa, dass sich Paypal in seinen Nutzungsbedingungen erlaubt, bei Verdacht auf Betrug Konten zu sperren und Guthaben bis zu 180 Tage einzufrieren. Einen Betrugsverdacht sieht Paypal bereits gegeben, wenn ein Händler in kurzer Zeit hohe Gewinne macht. Anwälte bezweifeln, dass diese Klauseln im Vertrag wirksam sind.

Was kostet Paypal für Käufer und Verkäufer?

Für den Käufer ist das Bezahlen und auch das Konto kostenlos. Für den Verkäufer ist das Konto ebenfalls kostenlos, es entstehen aber bei jedem Geldeingang Kosten.

Von Marc Hörcher

Weitere Informationen zum Paypal-System finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.