Online-Shop Lesara bietet Kleidung zum Schnäppchen-Preis

Das Gründerteam von Lesara (von links): Robin Müller (31), Roman Kirsch (27) und Matthias Wilrich (32). Um das Wachstum voranzutreiben, haben Investoren unlängst 15 Millionen Euro in das Unternehmen investiert. Foto: Lesara/nh

Es geht immer noch schneller und günstiger. Die Lesara GmbH aus Berlin ist der erste Discounter für Billigbekleidung und Haushaltswaren, der ausschließlich im Internet verkauft.

Am Donnerstag bot Lesara die Kunstlederjacke für 29,99 Euro, die Herrenlederuhr für 29,99 Euro und den Bleistiftrock für 16,99 Euro an - alles sogenannte Streichpreise. Seit zwei Jahren ist das Unternehmen am Markt, gegründet wurde es von Roman Kirsch (27), Robin Müller (31) und Matthias Wilrich (32).

Das Geschäftsmodell ist ausgerichtet auf Effizienz und niedrige Preise. Zwar bietet das Unternehmen temporär Markenware an, geordert wird das Gros der Produkte aber bei 1500 Lieferanten in China. Dort sei die Qualität im Verhältnis zum Preis höher als etwa in Bangladesh oder Vietnam, sagt Geschäftsführer Kirsch auf der Internet-Seite www.gruenderszene.de. Von China geht die Ware per Luftpost in die Lager nach Berlin und ins niedersächsische Staufenberg bei Kassel.

Seit Anfang des Jahres ist das Unternehmen im chinesischen Shenzhen und in Guangzhou in der Nähe von Hongkong vertreten, um noch „enger mit den Lieferanten zusammenzuarbeiten und die Qualitätskontrollen zu vereinfachen“. Das senkt die Logistikkosten, falls fehlerhafte Ware reklamiert werden muss. Zwei bis drei Wochen dauert es, bis das Produkt auf der Internetseite www.lesara.com steht. Lesara kontrolliert die gesamte Lieferkette: „Wir können die Ware direkt aus den Produktionsländern ohne Zwischenhändler, Zeitverlust und Kostenaufwand zum Kunden bringen.“

Dabei spart das Unternehmen, wo es nur geht: Kein teures Marketing, keine eigenen Designer. Lesara recherchiert im Internet, in sozialen Netzwerken nach angesagten Schnitten, Farben und Mustern. In enger Zusammenarbeit mit den Produzenten können dann ähnliche Produkte kurzfristig angeboten werden.

Mittlerweile zählt Lesara 150 Mitarbeiter und ist außer in Deutschland und China auch in Luxemburg, Österreich, der Schweiz, in den Niederlanden und in Italien vertreten. Das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen ist groß: Um das Wachstum voranzutreiben, investierte im September eine Investorengruppe unter Leitung der norwegischen Venture Capital-Firma Northzone 15 Millionen Euro.

Lesara profitiert von der Lust auf Billigkleidung: 2014 verbuchte es laut Bundesanzeiger einen Jahresfehlbetrag von 3,2 Millionen. Dem standen aber bereits Guthaben von 2,7 Mio. Euro gegenüber.

Das Unternehmen wächst nach eigenen Angaben um 20 Prozent im Vier-Wochen-Takt. Mittlerweile ist die monatliche Zahl der Besucher auf den Seiten des Shops von 700.000 auf drei Millionen gestiegen. „Der Umsatz liegt im mittleren zweistelligen Millionen- bereich“, teilte das Unternehmen mit. Auf den deutschen Markt entfallen 60 Prozent.

Hier geht es zu dem Online-Shop

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.