Nach Besuch von Peugeot-Chef

Opel-Mitarbeiter hoffen auf mehr Klarheit bei Übernahme

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Dunkle Wolke über dem Firmenlogo am Stammsitz von Opel in Rüsselsheim. 

Rüsselsheim/Berlin - Bald soll Opel zum französischen Peugeot-Konzern gehören. Die Franzosen bekennen sich zu den deutschen Standorten und Jobs - doch die Garantien sind zeitlich begrenzt. Die beunruhigten Mitarbeiter wollen von ihren Chefs wissen, wie es langfristig weitergeht.

Nach dem Spitzengespräch von Politik und Peugeot in Berlin hoffen die 19.000 deutschen Opel-Mitarbeiter auf mehr Informationen zum Verkauf des Autobauers an den französischen PSA-Konzern. An allen deutschen Standorten finden heute zeitgleich Betriebsversammlungen statt.

Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug will sich im Stammwerk Rüsselsheim vor der Presse äußern. Belegschaft, IG Metall und Betriebsräte hatten das Opel-Management und den US-Mutterkonzern General Motors (GM) zuletzt für deren Informationspolitik kritisiert. Betriebsversammlungen in den Werken Rüsselsheim und Kaiserslautern waren daher am vergangenen Freitag unterbrochen worden. Dass sollte Druck auf das Management aufbauen. Nach Angaben des Betriebsrats kam danach Bewegung in die Gespräche.

Am Mittwoch hatte Peugeot-Chef Carlos Tavares bei einem Treffen in der Hauptstadt Bundesregierung und den Ministerpräsidenten mit Opel-Werken versichert, dass bei der Übernahme des Autobauers alle Standort- und Jobgarantien eingehalten werden. Tavares betonte, er wolle eng mit den Arbeitnehmervertretungen zusammenarbeiten. An dem Spitzengespräch nahm auch IG-Metall-Chef Jörg Hofmann teil.

Auch nach dem Spitzengespräch sieht der Branchenexperte Stefan Bratzel vom Auto-Forschungsinstitut CAM keine Entwarnung für die deutschen Opel-Standorte und ihre Beschäftigten. "Rote Zahlen kann sich Tavares bei Opel nicht lange anschauen. Gelingt der Sprung in die Gewinnzone nicht, kann er die aktuell laufenden Jobgarantien in zwei, drei Jahren nicht erneuern", sagte Bratzel dem Mannheimer Morgen (Donnerstag). Entsprechend könne PSA keine längerfristigen Zusagen machen. "Opel hat Überkapazitäten - und die müssen weg", sagte Bratzel.

Betriebsbedingte Kündigungen sind nach den mit dem jetzigen Eigentümer GM vereinbarten Tarifverträgen bis Ende 2018 ausgeschlossen, Investitionszusagen gelten bis 2020. Was danach am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim sowie den Werken in Eisenach und Kaiserslautern passiert, ist noch unklar.

Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall beschäftigen rund 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland. Der traditionsreiche Autobauer fährt seit Jahren tiefrote Zahlen ein, legte zuletzt beim Absatz aber deutlich zu.

PSA-Chef Tavares bekräftigte, dass Opel/Vauxhall "als eigenständiges und einheitliches Unternehmen mit unabhängigen Marken" im PSA-Konzern fortgeführt werden solle. Die Übernahme könne einen europäischen Marktführer mit Spitzenpositionen in einzelnen Kernmärkten schaffen.

dpa

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