Osborn International: Breite Produktpalette sorgt für konstante Umsätze

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Industriebürsten in allen Formen und Größen: Marketingleiterin Kerstin Martens und Geschäftsführer Marcus Schmidt halten hier einige der über 100.000 Produkte in Händen, die die Firma Osborn International mit Sitz in Burgwald herstellt.

Burgwald. Die Firma Osborn International ist weltweiter Marktführer im Bereich Oberflächenbehandlungs- und Veredelungslösungen.

Ob der auf Hochglanz polierte Kaffeelöffel, Türgriffe oder Teile im Auto – unser Alltag ist umgeben von Gegenständen, die mit Hilfe von Industriebürsten aus Burgwald gefertigt werden. Die Zentrale in dem kleinen Ort in Waldeck-Frankenberg und ihre Produktionsstätten in 13 Ländern bedienen Kunden auf der ganzen Welt – außer in den USA, dafür ist Osborn Nordamerika zuständig.

Von großen Bürstenwalzen für die Stahlproduktion über Metallbürsten zur Herstellung von Einspritzkanälen bis hin zur kleinen Kunststoffbürste für Dentallabors reicht die 100.000 Produkte umfassende Palette des Unternehmens.

Diese breite Palette und die Abnehmer aus vielen verschiedenen Industriebereichen sorgen laut Geschäftsführer Marcus Schmidt für konstante Umsätze und Mitarbeiterzahlen. Die Delle, die es 2009/2010 im Zuge der Wirtschaftskrise gab, ist im Unternehmen längst überwunden. Damals ging die Nachfrage aus der Autoindustrie stark zurück. Die Mitarbeiter verzichteten auf einen Teil ihres Urlaubsgelds, erhielten den fehlenden Betrag allerdings 2011 und 2012 nachgezahlt. Der Kundenkreis wurde ausgeweitet, der Abnehmer-Anteil aus der Automobilindustrie sank laut Osborn von 50 auf 30 Prozent.

„Bürsten werden nicht nur zum Reinigen, Entrosten oder Polieren gebraucht“, sagt der Geschäftsführer. Die Konstruktionsabteilung in Burgwald entwickele immer wieder neue Produkte. „Auch Produkte, die über die Oberflächenbehandlung hinausgehen und zur Energie-Optimierung beitragen“, betont Schmidt. Zuletzt machte Osborn auf sich aufmerksam mit „Solarprotect“, einem Selbstreinigungssystem für Solaranlagen und mit Snow-Protect, einer Bürstenleiste, die Eisenbahnweichen frei von Schnee hält und so Heizkosten für die Schienen senkt.

Aus der Drahtbürsten-Fabrik der Familie Wildeus, die das US-Unternehmen Osborn 1969 erwarb, ist „ein Innovationsmotor geworden“ sagt Marketingleiterin Kerstin Martens. Auch Maschinen zur Herstellung der Bürsten werden dort selbst konstruiert.

Eigene Maschinen entwickelt: Die Firma Osborn produziert nicht nur Industriebürsten, sondern entwickelt auch selbst Maschinen für deren Herstellung. Hier bedient Maschineneinrichter Karl-Heinz Bornscheuer eine solche Eigenentwicklung. 

2014 ist die Konzernmutter Jason Industries an die Börse gegangen. Für Osborn Burgwald sei dies von Vorteil gewesen: „Es hat uns mehr Eigenständigkeit bei internen Entscheidungen und der strategischen Ausrichtung gebracht“, sagt Schmidt.

Diese Ausrichtung sehe Burgwald weiterhin als Firmenzentrale. Seit Jahren würden in Forschung- und Entwicklung, neue Maschinen und in den Gebäudekomplex regelmäßig Millionenbeträge investiert. „Hier in Burgwald haben wir die qualifizierten und spezialisierten Mitarbeiter“, sagt Geschäftsführer Schmidt. Weitere Fachkräfte werden gesucht.

Was ist Osborn International?

Osborn International ist ein weltweit führender Hersteller von Werkzeugen und Anwendungslösungen für die Oberflächenbearbeitung – zum Beispiel technische Bürsten, Schleif- und Polierwerkzeuge. Die Firma hat 10.000 Standardprodukte und 100 000 kundenindividuelle Lösungen im Angebot. Osborn ist eines von vier global agierenden Unternehmen unter dem Dach von Jason Industries (Milwaukee/USA), beliefert Kunden in über 120 Ländern, verfügt über Produktionsstätten und Vertriebsorganisationen in 13 Ländern und hat insgesamt rund 1250 Mitarbeiter. In Deutschland hat Osborn drei Produktionsstätten: Zentrale ist das Werk Burgwald, das auch die Produktionsstätten im übrigen Europa und Asien steuert. Hinzu kommen ein Werk in Haan für die Herstellung von Polierpasten und die Dronco GmbH im oberfränkischen Wunsiedel als Hersteller von Trenn-, Schrubb- sowie Fächerscheiben, die Osborn 2015 übernahm. In Burgwald sind rund 250 Mitarbeiter und 32 Auszubildende beschäftigt. Den Jahresumsatz 2015 und 2016 in Deutschland mit Haan beziffert die Firma mit 55 Millionen Euro. 2009 lag der Umsatz aufgrund der allgemeinen Krise nur bei 42 Millionen, hatte sich aber 2010 schon wieder auf 50 Millionen erhöht und war danach konstant zwischen 52 und 55 Millionen Euro, teilt das Unternehmen mit.

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