Ostdeutsche arbeiten im Jahr knapp zwei Wochen mehr

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Warnstreik in Chemnitz: Ein möglicher Grund für die schlechteren Arbeitsbedingungen könnte die geringe Tarifbindung im Osten sein. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv

Erfurt - Die Erwerbstätigen in Ostdeutschland arbeiten nach einem Zeitungsbericht durchschnittlich knapp zwei Wochen im Jahr länger als die in den alten Ländern.

Im vergangenen Jahr waren es im Osten 1432 Stunden, im Westen 1358 - eine Differenz von 74 Arbeitsstunden. Das berichtet die "Thüringer Allgemeine" unter Berufung auf Daten des Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder.

Dafür gebe es vor allem zwei Ursachen, erläuterte die Arbeitszeitforscherin Susanne Wanger vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Zum einen seien Ostdeutsche eher in Vollzeit beschäftigt. Teilzeitjobs hätten sie in der Regel nicht freiwillig - etwa aus familiären Gründen - und strebten deshalb nach möglichst hoher Stundenzahl. Zum anderen hätten die Beschäftigten im Osten wegen der geringen Tarifbindung der Betriebe "höhere Wochenarbeitszeiten und niedrigere Urlaubsansprüche".

Unter den Bundesländern ist Thüringen demnach das Land mit der höchsten Jahresarbeitszeit (1454 Stunden), Bremen das Land mit den niedrigsten (1329).

dpa

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