Papandreous Vorstoß lässt Börsen taumeln

Frankfurt/Berlin - Das Entsetzen an den Finanzmärkten ist groß: Das angekündigte Referendum in Griechenland über den jüngsten EU-Kompromiss zur Rettung des Schuldenstaates lässt europaweit die Börsenkurse einbrechen.

Der europäische Index Stoxx 50 gab bis zum frühen Dienstagnachmittag 4,9 Prozent auf 2.269 Punkte ab. Der DAX verzeichnete er ein Minus von 5,3 Prozent auf 5.819 Zähler.

Der griechische ATHEX 20 verlor zeitweise mehr als acht Prozent; gegen Mittag waren es noch knapp sieben Prozent. Der CAC-40 in Frankreich fiel um 4,5 Prozent. Besonders französische Banken und Versicherungen verbuchten zweistellige Kursverluste. Der britische FTSE 100 verlor 3,0 Prozent.

“Die Verluste zwischen sechs und acht Prozent in zwei Tagen haben praktisch alle Zugewinne durch die Rallye nach den Brüsseler Gipfelbeschlüssen zunichtegemacht“, sagte ein Analyst von BGC Partners. Auch an der New Yorker Wall Street wurden Verluste erwartet.

Der Euro brach ebenfalls ein. Gegen 13.30 Uhr wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,3683 Dollar gehandelt - das waren mehr als drei Cent weniger als am Vortag.

Druck auf Italien und Spanien steigt

Die Staatsanleihen Italiens und Spaniens verloren ebenfalls an Wert, was die Rendite der Papiere steigen ließ. Dadurch dürfte es für die beiden Staaten teurer werden, an neue Kredite zu kommen.

Die Entscheidung der griechischen Regierung, ein Referendum über das jüngste Rettungspaket der Eurozone abzuhalten, erhöhe das Risiko eines größeren und ungeordneten Zahlungsausfalls, sagte der Chefvolkswirt für Europa beim Wirtschaftsanlysehaus Capital Economics, Jonathan Loynes. Auch ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone sei dadurch wahrscheinlicher geworden. Es sei damit zu rechnen, dass es bis zu der möglichen Volksabstimmung an den Märkten turbulent bleibe.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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