Paris: Staat muss Rolle in der Finanzwelt spielen

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Frankreich ist gegen einen Rückzug des Staates aus der Finanzwelt.

Paris - Frankreich erteilt kurz vor dem G20-Gipfel Forderungen nach einem Rückzug des Staates aus der Finanzwelt eine klare Absage.

Man könne den Banken nur “Freiheit unter Aufsicht“ zugestehen, sagte der Sonderberater von Präsident Nicolas Sarkozy, Henri Guaino, dem “Figaro“ (Dienstag). “Man kann nicht zulassen, dass die Finanzinstitute machen, was sie wollen.“ Ein Konkurs von Großbanken sei nicht akzeptabel. An diesem Donnerstag und Freitag kommen in Pittsburgh in den USA die Staats- und Regierungschefs der führenden 20 Wirtschaftsmächte (G20) zusammen.

Zentrales Thema ist, die Finanzwirtschaft rund um den Globus krisenfest zu machen. Man sei am Abgrund einer Krise des gesamten Systems vorbeigeschrammt, sagte Guaino. “Die Interbankenmärkte waren verschwunden; das gab es noch nie in der Geschichte. Wäre der Staat nicht eingeschritten, hätte es das Chaos gegeben.“ Auch jetzt funktionierten die Märkte nur, weil der Staat mit seinen Garantien dahinter stehe. Die Wirtschaft sei nie so stark gewachsen wie in der Wirtschaftswunderzeit, “als die Bankgeschäfte abgegrenzt und reglementiert waren“, sagte Sarkozys Redenschreiber.

Damit der Kapitalismus akzeptiert wird, muss er laut Guaino vom Makel der Unmoral befreit werden. “Ein Teil der Finanzgeschäfte hat keinen sozialen Nutzen.“ Die Börsenhändler zögen extrem hohe Gewinne “aus dem Produkt der Arbeit anderer“, sagte Guaino. “Doch der Ingenieur, der Glück in den Marktsälen sucht, wäre woanders viel nützlicher.“ Die hohen Finanzgewinne seien das Grundproblem. “Sie stehen in keinem Verhältnis zu den Diensten an der Gemeinschaft.“

dpa

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