Hilfstransporte nach Siebenbürgen

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Verladung der Spenden für den Hilfstransport: Der Vereinsvorsitzende Otto Döhrn (vorne links), Eberhard Neurath, Klaus Bucher, Heinz Bohl, Gerhard Szekeresch und Volker Kästner investieren ihre Kraft in die humanitäre Hilfe.Loading donations for the aid convoy: the society’s chairman, Otto Döhrn (front left), Eberhard Neurath, Klaus Bucher, Heinz Bohl, Gerhard Szekeresch and Volker Kästner invest their time and energy in humanitarian aid.

Gäbe es ein Guinnessbuch der Rekorde für humanitäre Hilfe, der Neuentaler Patenschaftsverein Rumänien hätte gute Chancen, darin aufgenommen zu werden.

Rein rechnerisch hat die kleine Gruppe um den früheren Bürgermeister Otto Döhrn und Ottmar Kramer die Erde 25 mal umrundet, um Menschen in einem der ärmsten Länder Europas zu helfen. Aus Anlass des 60. Transports gab es vor Kurzem im siebenbürgischen Großau eine Feier und einen Gottesdienst. Dabei zielten die Vereinsmitglieder nie darauf ab, statistische Rekorde aufzustellen. Nach der Revolution von 1989 in Rumänien gingen Bilder um die Welt, die auch Otto Döhrn schockierten: In Heimen vegetierten Kinder in Betten, die Käfigen ähnelten. 25 Jahre und 60 Hilfstransporte später hat sich die Situation in Rumänien, aber auch in den aus Neuental unterstützten Dörfern Hamlesch, Braller und Michelsberg in Siebenbürgen verändert. Diese Orte, in denen vor allem deutschstämmige Menschen lebten, seien regelrecht ausgeblutet, berichtet Otto Döhrn. Hamlesch beispielsweise hatte einmal 1700 deutschstämmige Einwohner. Heute sind es noch 13. Döhrn erklärt:„Unsere Hilfe dort ist jetzt eine Art Sterbebegleitung.“ Materielle Hilfe sei aber in Rumänien weiter dringend nötig. Der Durchschnittslohn eines Arbeiters betrage zwischen 300 und 350 Euro, bei teilweise ähnlich hohen Lebenshaltungskosten wie in Deutschland.

Bewundernswert

Mit ungeheuer viel Engagement nehmen die 16 Leute des Patenschaftsvereins die Arbeit und die Strapazen immer wieder auf sich. In manchen Jahren wurden sogar drei bis vier Hilfstransporte organisiert. Zwei der Fahrer stellten ihre privaten Fahrzeuge zur Verfügung. „In den ersten Jahren sind wir 46 Stunden ohne Unterbrechung gefahren, inzwischen übernachten wir einmal“, sagt Döhrn, der inzwischen 70 Jahre alt ist und mehrere schwere Erkrankungen hinter sich hat. Zwei Transporte pro Jahr wollen er und seien Helfer aber möglichst auch künftig organisieren. Unter anderem will der Verein ein Projekt für Kinder von Sinti und Roma unterstützen, an dem auch junge Deutsche im Freiwilligen Sozialen Jahr mitarbeiten.

HEINZ ROHDE / RED

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