Pech für Madoff-Opfer: Milliardenklagen gegen Banken scheitern

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Milliardenbetrüger Bernard Madoff sitzt eine Haftstrafe von 150 Jahren ab.

New York - Die Opfer des Milliardenbetrügers Bernard Madoff könnten auf einem Teil ihres Schadens sitzenbleiben: Eine US-Richterin hat milliardenschwere Forderungen gegen die Banken JPMorgan Chase und UBS weitgehend zurückgewiesen.

Madoff-Treuhänder Irving Picard hatte die zwei Kreditinstitute auf insgesamt 21 Milliarden Dollar (15 Mrd Euro) verklagt, weil sie seiner Meinung nach aus purem Eigennutz das größte Schneeball-System aller Zeiten am Laufen gehalten haben.

Picard steht an der Spitze der bankrotten Investmentfirma von Bernard Madoff, der eine Haftstrafe von 150 Jahren absitzt. Der Treuhänder sieht es als seine Aufgabe an, den Opfern ihr Geld wiederzubeschaffen. Dazu hat er mehr als 1000 Klagen eingereicht, vor allem gegen Partnerbanken von Madoff und gegen Investoren, die von dem Betrug profitiert haben. Von den nach seinen Angaben 17,3 Milliarden Dollar, die Madoff-Anleger verloren haben, konnte er bis dato etwa die Hälfte wiederbeschaffen. Doch nach ersten juristischen Erfolgen scheint Picards Glückssträhne jetzt gerissen.

Die Unwörter der vergangenen Jahre

Unwort des Jahres
„Lügenpresse“ ist das „Unwort des Jahres 2014“. Das Schlagwort „war bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff und diente auch den Nationalsozialisten zur pauschalen Diffamierung unabhängiger Medien“, hieß es zur Begründung. © dpa
Unwort des Jahres
"Sozialtourismus", das "Unwort des Jahres" 2013 entstand in der Diskusssion um die Gewährung von Sozialleistungen für Bürger anderer EU-Staaten - vor allem für Arbeitslose. © dpa
Das Unwort des Jahres 2012 ist "Opfer-Abo". Das Schlagwort wurde einer Äußerung von Jörg Kachelmann zugeordnet. Der Schweizer Moderator hatte im Herbst davon gesprochen, dass Frauen in der Gesellschaft ein "Opfer-Abo" hätten. © dpa
Unwort des Jahres
"Döner-Morde" wurde zum "Unwort 2011" gewählt. Das Schlagwort verharmlose die Mordserie an acht türkischstämmigen und einem griechischen Kleinunternehmer. © dpa
Unwort des Jahres im Rückblick
Für das Jahr 2010 wurde "alternativlos" zum Unwort des Jahres gewählt. "Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe", sagte der Sprecher der Unwort-Jury in Frankfurt. © dpa
Unwort des Jahres im Rückblick
"Betriebsratsverseucht" ist das Unwort des Jahres 2009. © dpa
Unwort des Jahres im Rückblick
2008: "Notleidende Banken" (Das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise wird rundweg auf den Kopf gestellt. Während die Volkswirtschaften in ärgste Bedrängnis geraten und die Steuerzahler Milliardenkredite mittragen müssen, werden die Banken mit ihrer Finanzpolitik, durch die die Krise verursacht wurde, zu Opfern stilisiert.) © dpa
Unwort des Jahres im Rückblick
2007: "Herdprämie" (Das Wort diffamiert Eltern, insbesondere Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen, anstatt einen Krippenplatz in Anspruch zu nehmen.) © dpa
Unwort des Jahres im Rückblick
2006: "Freiwillige Ausreise" (Gesetzes- und Behördenterminus, wenn abgelehnte Asylbewerber aus deutschen Abschiebehaftanstalten, sog. Ausreisezentren, nach intensiver „Beratung“ in ihre Herkunftsländer zurückkehren, wobei die Freiwilligkeit in vielen Fällen zweifelhaft ist) © dpa
Unwort des Jahres im Rückblick
2005: "Entlassungsproduktivität" (Gewinne aus Produktionsleistungen eines Unternehmens, nachdem zuvor zahlreiche für „überflüssig“ gehaltene Mitarbeiter entlassen wurden.) © dpa
Unwort des Jahres im Rückblick
2004: "Humankapital" (degradiert Menschen zu nur noch ökonomisch interessanten Größen) © dpa
Unwort des Jahres im Rückblick
2003: "Tätervolk" (grundsätzlich inakzeptabler Kollektivschuldvorwurf) © dpa
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2002: "Ich-AG" (Reduzierung von Individuen auf sprachliches Börsenniveau) © dpa
Unwort des Jahres im Rückblick
2001: "Gotteskrieger" © dpa
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2000: "national befreite Zone" (zynisch heroisierende Umschreibung einer Region, die von Rechtsextremisten terrorisiert wird) © dpa
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1999: "Kollateralschaden" (Verharmlosung der Tötung von Menschen im Krieg) © dpa
Unwort des Jahres im Rückblick
1998: "sozialverträgliches Frühableben" (Zitat des Ärztepräsidenten Karsten Vilmar) © dpa
Unwort des Jahres im Rückblick
1997: "Wohlstandsmüll" (Beschreibung Arbeitsunwilliger und Arbeitsunfähiger durch Helmut Maucher vom Nestlé-Konzern) © dpa
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1996: "Rentnerschwemme" (Umschreibung arbeitsunwilliger wie -unfähiger Menschen) © dpa
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1995: "Diätenanpassung" (Beschönigung der Erhöhung von Bezügen für Bundestagsabgeordnete) © dpa
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1994: "Peanuts" (Äußerung des damaligen Deutsche-Bank-Chefs Hilmar Kopper über die 50-Millionen-Ausstände des Betrügers Jürgen Schneider bei Handwerkern) © dpa
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1993: "Überfremdung" (Scheinargument gegen Zuzug von Ausländern) © dpa

Bereits im Juli hatte ein Richter eine 9 Milliarden Dollar schwere Schadenersatz-Klage gegen die britische Großbank HSBC gekippt. Die damalige Begründung: Picard habe als Treuhänder quasi den Platz von Bernard Madoff eingenommen. Und deshalb könne er nicht im Namen der Opfer sprechen. Die New Yorker Bezirksrichterin Colleen McMahon schloss sich dieser Auffassung in einer am Dienstag veröffentlichten Entscheidung an: “Ein Dieb kann niemals die Rolle eines Verwahrers übernehmen.“

Eine Sprecherin von Picard erklärte, gegen das Urteil vorgehen zu wollen. Sie betonte zudem, dass die eigentlichen Vorwürfe gegen die Banken unberührt seien: JPMorgan war die Hausbank von Madoff. Picard wirft ihr vor, sie hätte den Betrug angesichts der ungewöhnlichen Zahlungen erkennen müssen und verlangt 19 Milliarden Dollar. Madoff hatte die vermeintlichen Traumgewinne seiner Anleger mit dem Geld frischer Investoren bezahlt. Die UBS wurde von Picard auf 2 Milliarden Dollar verklagt, weil sie über Fonds das Madoff-System “gefüttert“ habe. Die Banken weisen die Anschuldigungen zurück.

dpa

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