Peking bremst Neuwagen: Zulassungs-Limit sorgt für Verluste deutscher Autobauer

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Automarkt China: In keinem Land der Welt stiegen die Zulassungen so sprunghaft.

Kassel. In diesem Herbst gab es keine Bilanz, in der sich die deutschen Autohersteller nicht über ihre Erfolge in China freuten: Daimler setzte dort in den ersten neun Monaten 116.114 Fahrzeuge ab, das waren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 170 Prozent mehr.

BMW verdoppelte im gleichen Zeitraum den Absatz auf nahezu 132 270 und Platzhirsch Volkswagen legte von Januar bis November von 1,32 auf 1,82 Millionen Fahrzeuge zu. Entsprechend groß sind die Erwartungen für das kommende Jahr.

Doch nun könnten sie enttäuscht werden. Denn Peking will den drohenden Verkehrskollaps bekämpfen und die Neuzulassungen drosseln. An der Börse sorgten Pekings Pläne am Montag für Kurseinbrüche. Die Kurse der Papiere von VW, BMW und Daimler fielen am Montag in der Spitze um bis zu fünf Prozent.

Im Volkswagen-Konzern in Wolfsburg konnte sich am Montag niemand dazu äußern. Aus dem Kasseler Werk in Baunatal, das in diesem Jahr bereits über 460 000 Getriebe nach China geliefert hat, hieß es, von einer Reduzierung oder einer Ankündigung sei nichts bekannt. Der Erlass sorgte bei Exporteuren und Analysten für Unruhe. „Es geht um eine einzige Stadt, da braucht man nicht in Panik zu verfallen“, so Eric Heymann von Deutsche Bank Research. Ob der rationierte Absatz auf 400 000 Fahrzeuge im Pekinger Stadtgebiet direkte Folgen für deutsche Hersteller haben könnte, sei nur schwierig abzuschätzen.

Ins Stocken geraten werden die Vertriebsprojekte der Autobauer keinesfalls, meint Nord/LB-Experte Frank Schwope. Bei den alternativen Antrieben könne die chinesische Verkehrspolitik Konkurrenz für die Deutschen auf den Plan rufen: „Es geht um Abgase. Die Zuwächse für herkömmliche Autos könnten schwächer werden.“

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