Pflanzlust: Ein Herz für alte Obstsorten

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Ziehen auch alte Obstsorten auf: Ulrike Peter hat einen Wagen voll mit Sträuchern – Beerenobst zum Naschen, und Heinrich Niggemeyer steht an einer Reihe von Apfelbäumen, hier die Ananasrenette – eine alte Sorte.

Als Heinrich Niggemeyer  im Jahr 1988 die Bioland-Baumschule  Pflanzlust im Wolfhager Ortsteil Nothfelden eröffnete, wollte er sich vor allem auf alte Obstsorten konzentrieren und dadurch seinen Teil dazu beitragen, dass diese nicht vom Markt verschwinden.

„Circa 2.500 Apfelsorten sind uns in Deutschland bekannt“, erklärt Heinrich Niggemeyer, „davon bieten wir 250 hier bei uns an.“ Zur Auswahl zählen zum Beispiel Apfelsorten mit so klangvollen Namen wie „Schöner von Herrnhut“, „Prinz Albrecht von Preußen“, „Naumburger Schafsnase“, „Ananasrenette“ oder „Korbacher Edelapfel“.

Erhalten alter Sorten: Mitarbeiter Karsten Heide gießt Kulturheidelbeeren.

Bei Pflanzlust werden die Obstgehölze mittels Okulation oder Kopulation selbst vermehrt. Durch das Verschulen in der Baumschule stehen auch ältere Bäume zur Pflanzung bereit. Der Gärtner fragt genau nach den Ansprüchen, die an das Obstgehölz gestellt werden: Soll das Obst gelagert oder gleich verwertet werden, welche Geschmacksrichtung wird bevorzugt, wo soll der Baum stehen, wie ist der Boden, wie groß und wie alt soll der Baum werden und soll er schon bald Früchte tragen? Letzteres wäre in der Regel ab dem vierten Jahr der Fall. Auch für „urban gardening“, die Topfpflanzung auf Balkon und Terrasse, bietet Pflanzlust entsprechende Sorten.

Im Jahr 2010 erhielt Pflanzlust den Förderpreis Ökologischer Landbau  des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Damit wurde unter anderem ausgezeichnet, dass der Betrieb ein umfangreiches Arten- und Sortenspektrum in Bioqualität anbietet und sich zur Aufgabe gemacht hat, vor allem alte Obstbaumarten und -Sorten zu erhalten. GITTA HOFFMANN

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