Laufendes Verfahren

Pflegeheim-Kosten der Eltern steuerlich absetzen

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Steuerzahler sollten die Kosten für die Heimunterbringung der Eltern als haushaltsnahe Dienstleistung angeben. Foto: Oliver Berg/dpa

Ein Nein des Finanzamtes müssen Steuerzahler nicht immer hinnehmen. Das gilt, wenn sie Pflegeheim-Kosten für die Eltern absetzen wollen. Wird das abgelehnt, können sie sich auf einen laufenden Fall beziehen.

Berlin (dpa/tmn) - Kinder, die für ihre Eltern Pflege- und Betreuungskosten übernehmen, können diese Aufwendungen als haushaltsnahe Dienstleistung in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Doch das ist nicht immer einfach.

"Gerade, wenn die Eltern im Seniorenheim leben, verweigert das Finanzamt jedoch oft den Steuerabzug", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Denn Voraussetzung ist, dass der Angehörige im Seniorenheim einen eigenen Haushalt führt. Dazu müsse nach Ansicht der Finanzverwaltung auch eine eigene Küche vorliegen. Der Bundesfinanzhof muss deshalb nun klären, ob es genügt, wenn in dem Seniorenheim eine Etagenküche vorhanden ist, um einen eigenen Haushalt der Eltern nachzuweisen.

Im konkreten Sachverhalt setzte der Sohn die für die Mutter übernommenen Pflege- und Betreuungskosten in seiner Einkommensteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistung an. Das Finanzamt verweigerte den Steuerabzug für die Pflegekosten, weil die Mutter im Seniorenheim keine eigene Küche habe und deshalb keinen Haushalt führe. Dies sei aber Voraussetzung für den Steuerabzug als haushaltsnahe Dienstleistung.

Das Finanzgericht Hessen bestätigte die Ansicht des Finanzamtes. Gegen die Entscheidung hat der Sohn nun Rechtsmittel eingelegt (Bundesfinanzhof, Az.: VI R 19/17). "Betroffene können sich auf das laufende Revisionsverfahren berufen und Einspruch einlegen, wenn das Finanzamt die Pflege- und Betreuungskosten nicht anerkennt", rät Klocke. Der eigene Steuerfall bleibt dann bis zu einer abschließenden Entscheidung durch den Bundesfinanzhof offen.

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