Brexit-Sorgen: Pfund fällt auf 31-Jahres-Tief

+
Zeitweise kostete ein Pfund nur noch 1,2798 US-Dollar. Foto: Andy Rain

Die Brexit-Mehrheit in Großbritannien hatte weltweit die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Während sich die Aktienmärkte inzwischen wieder beruhigt haben, geht es im Devisenhandel weiter hoch her: Im Fokus steht unter anderem die britische Währung.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Eurokurs ist am Mittwochnachmittag nach starken US-Konjunkturdaten unter Druck geraten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,1047 US-Dollar gehandelt. Zuvor war der Euro noch kurzzeitig bis auf 1,1088 Dollar gestiegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am späten Nachmittag auf 1,1069 (Dienstag: 1,1146) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9034 (0,8972) Euro.

Überraschend starke Daten aus dem Dienstleistungssektor der USA für den Monat Juni beflügelten den Dollar. "Die Stimmung hat sich wie schon im Verarbeitenden Gewerbe verbessert", kommentierte Ulrich Wortberg, Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Dies ist positiv zu werten, zumal der deutliche Vormonatsrückgang mehr als wettgemacht werden konnte." Mit einer Wiederbelebung der Zinserhöhungsfantasie mit Blick auf die US-Notenbank sei angesichts konjunktureller Risiken und politischer Unwägbarkeiten jedoch nicht zu rechnen.

Dominierend bleibt das Votum der Briten für einen Austritt des Königreichs aus der Europäischen Union. Die hohe Verunsicherung sorgte im Vormittagshandel für Kursverluste beim Euro, von denen er sich zeitweise etwas erholten konnte. Härter erwischte es das britische Pfund. Der Kurs sank zeitweise bis auf 1,2798 Dollar und erreichte den niedrigsten Stand seit 1985. Zwischenzeitlich machte die britische Währung ihre Tagesverluste wieder fast wett, um dann nach den starken US-Daten wieder unter Druck zu geraten.

Für Verunsicherung sorgt insbesondere die unklare politische Lage in Großbritannien. Die konservativen Tories suchen weiterhin nach einer Nachfolge für Premierminister David Cameron. "Die anhaltende Unsicherheit bleibt somit ein wesentlicher Belastungsfaktor für die britische Konjunktur und folglich für das Pfund", so Thu Lan Nguyen, Devisenexpertin bei der Commerzbank. Zudem gaben gleich drei große britische Immobilienfonds diese Woche bekannt, dass sie ihren Kunden die angelegten Gelder vorerst nicht zurückzahlen können. Experten warnen vor Ansteckungseffekten.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85300 (0,84997) britische Pfund, 111,48 (113,50) japanische Yen und 1,0821 (1,0837) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1366,25 (1350,75) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39 170,00 (38 160,00 ) Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.