Hochfrequenz-Händler gewinnen im Computerhandel immer, egal ob Aktienkurse steigen oder fallen

Mit Pingpong zum Börsengewinn

Trend zu mehr Bewegung Karikatur: Tomicek

?Verdient irgendwer bei den Börsenturbulenzen?

!Ja, die Gruppe der Hochfrequenz-Händler verdient immer. Bei ihnen treffen Computer binnen Sekunden-Bruchteilen Anlage-Entscheidungen auf Basis von elektronisch erhaltenen Marktinformationen.

?Das heißt, der Handel findet einzig per Computern statt?

!Investoren setzen auf Computerprogramme, die Kauf- und Verkaufsaufträge analysieren, die ihnen von Börsen gegen Gebühr Millisekunden früher geschickt werden. Platziert ein Händler einen Kaufauftrag, kommt ihm der Computer zuvor, kauft die gleiche Aktie und verkauft sie sofort wieder – wie beim Pingpong.

?Wo liegt der Vorteil bei dieser Art des Handels?

!Finanzinvestoren können so vor den normalen Händlern den Kurs der Aktien zu ihrem Nutzen manipulieren. Die Erlöse durch diesen Trick sind pro Transaktion gering, doch summieren sie sich zu enormen Summen, da sehr viel Geld im Spiel ist. 2010 hatte dieser Handel in Frankfurt einen geschätzten Anteil von 40 Prozent, so der „Spiegel“. In Europa wird darüber diskutiert den Blitz-Handel zu verbieten, da Kennzahlen eines Unternehmens nicht berücksichtigt werden.

?Um welche Summen geht es dabei?

!Das „Wall Street Journal“ berichtete, dass am 8. August, als der Dow-Jones-Index um 635 Punkte absackte, Blitz-Händler nach Schätzung der Marktforschungsfirma Tabb Group auf dem US-Aktienmarkt 60 Millionen Dollar verdient haben. Hochgerechnet auf ein Jahr sind dies 15 Milliarden Dollar – 10,4 Mrd. Euro.

?Wie gefährlich ist dieser Blitzhandel?

!Problematisch wird es, wenn viele Akteure ähnlich handeln. Bei bestimmten Marktkonstellationen tritt ein Domino-Effekt auf. Es drängt sich die Frage auf, ob diese Händler einen Crash begünstigen oder auslösen könnten.

Von Martina Wewetzer

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