Beratungsgesellschaft erstmals mit roten Zahlen

Plansecur spürt die Finanzkrise

Johannes Sczepan Foto: nh

Kassel. Die bundesweit tätige Finanzberatungsgesellschaft Plansecur KG hat als Folge der Wirtschaftskrise im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 zum ersten Mal seit ihrer Gründung rote Zahlen geschrieben. Im operativen Geschäft sei ein Verlust angefallen, sagte der Geschäftsführer des Kasseler Unternehmens, Johannes Sczepan, am Montag in Kassel. Detaillierte Zahlen nannte er nicht. Im laufenden Geschäftsjahr 2009/2010, das am 1. Juli begann, erwartet Sczepan die Rückkehr in die Gewinnzone.

Gleichzeitig baut sich das Unternehmen um, das 60 000 Kunden betreut. Bis zum Jahr 2015 sollen sich die Provisionserlöse, die Plansecur für die Vermittlung von Versicherungen und Finanzanlagen von den Banken und Assekuranzen erhält, auf 45 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Die Zahl der selbstständigen Berater soll auf über 300 wachsen. Gegenwärtig sind 235 Berater für Plansecur tätig, 17 weniger als im Vorjahr.

Ursprünglich hatte sich Plansecur einen Beraterstab von etwa 750 Finanzspezialisten zum Ziel gesetzt. Die Abstriche erklärt Sczepan damit, dass hoch qualifizierte Berater mit Allfinanzausrichtung schwer zu finden seien. Doch um strategisch zu wachsen, hat Plansecur eine Klientel im Visier, die wenigstens 70 000 Euro Jahreseinkommen, mehr als 50 000 Euro Vermögen oder mindestens 500 Euro flüssige Mittel pro Monat zur Verfügung hat. Daneben schließen die Berater jedoch auch Geschäfte mit kleineren Volumina, etwa Kranken- oder Sachversicherungen ab. Den Beratern sollen verstärkt Produktanalysen und Marktbeobachtungen zur Verfügung gestellt werden. Ein Stellenaufbau in Kassel ist damit aber nicht verbunden.

2008/09 sank das Provisionsvolumen, wie vom Unternehmen erwartet, um 24 Prozent auf 20,4 Mio. Euro. Das Vermittlungsvolumen lag mit 402 Mio. Euro 28 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Der Löwenanteil der Provisionen entfiel auf Lebens-, Sach- und Krankenversicherungen. Am härtesten fiel der Einbruch bei geschlossenen Fonds aus. Plansecur hatte stärker als zuvor auf einen möglichen Totalverlust bei dieser Anlageform hingewiesen. In der Sparte Vermögensaufbau, das Provisionen von sechs Mio. Euro einbrachte, dominierte das Fondsgeschäft.

Plansecur beschäftigt 94 fest angestellte Mitarbeiter, 86 davon in Kassel. 70 von ihnen werden noch bis zum Jahresende kurzarbeiten. (wll)

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