Umsatz sinkt

"Pokémon" verschaffen Nintendo Gewinn im Weihnachtsquartal

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Der 3DS von Nintendo macht die Smartphone-Konkurrenz zu schaffen. Foto: Patrick Pleul

Vor dem schicksalhaften Start seiner neuen Konsole Switch bekommt Nintendo Rückenwind durch den Erfolg der "Pokémon"-Spiele - und dem teuren Dollar.

Tokio (dpa) - Nintendo hat mit Hilfe der populären "Pokémon"-Monster im Weihnachtsgeschäft einen deutlichen Gewinn eingefahren. Der japanische Spiele-Spezialist verdiente unterm Strich 64,67 Milliarden Yen (gut 532 Mio Euro), mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor.

Der Umsatz sank unterdessen um ein Fünftel auf gut 174 Milliarden Yen. Die frischen Spiel-Versionen "Pokémon Sun" und "Pokémon Moon" für Nintendos mobile Konsole 3DS seien 14,7 Millionen Mal gekauft worden, teilte Nintendo mit. Das schob auch die Verkäufe der 3DS-Konsole an, von der rund 3,74 Millionen Geräte erworben wurden. Auch

Der 3DS macht die Smartphone-Konkurrenz zu schaffen. Nintendo versucht deshalb inzwischen selbst im Geschäft mit Smartphone-Games Fuß zu fassen. Der hauseigene Erstling "Super Mario Run" sei in den ersten vier Tagen 40 Millionen Mal heruntergeladen worden und insgesamt mehr als 78 Millionen Mal, hieß es. Mehr als 5 Prozent der Nutzer hätten den Preis von zehn Dollar bzw. Euro bezahlt, um das komplette Spiel freizuschalten.

Das ist etwas besser als der übliche Anteil zahlender Nutzer bei kostenlosen Online-Spielen und dürfte Nintendo einige Dutzend Millionen eingebracht haben. Der Anteil ist umso beachtlicher, da Nintendo in der Hoffnung auf die Anziehungskraft der Super-Mario-Figur mit einem für das Geschäft ungewöhnlich hohen Preis in den Markt ging. Nintendo-Chef Tatsumi Kimishima strebt aber einen prozentuell zweistelligen Anteil zahlender "Mario"-Spieler an.

Von der glücklosen Konsole Wii U wurden zu Weihnachten nur 200 000 Geräte verkauft. Im März bringt Nintendo das Nachfolge-Modell Switch auf den Markt, mit dem man sowohl zuhause als auch unterwegs spielen kann.

Bei der Prognose für das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr senkte Nintendo nach dem Weihnachtsquartal die Erwartungen für das operative Ergebnis von 30 auf 20 Milliarden Yen (knapp 165 Mio Euro). Zugleich rechnet Nintendo aber unter anderem dank der aktuellen Yen-Schwäche unterm Strich mit einem Gewinn von 90 Milliarden Yen (740 Mio Euro) statt der zuvor erwarteten 50 Milliarden.

Damit würde Nintendo das laufende Vierteljahr immer noch mit einem Verlust abschließen: Nach den ersten neun Monaten stand ein Gewinn von 103 Milliarden Yen in den Büchern. Insgesamt werden die Jahreszahlen von einem Sondererlös von über 60 Milliarden Yen (rund 500 Mio Euro) aus dem Verkauf einer Beteiligung am Baseball-Team Seattle Mariners im vergangenen Sommer aufgebessert.

Nintendo-Mitteilung zum Geschäft bis Ende Dezember 2016

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